Unternehmen aus Hessen: Going International 2018

Handelsbarrieren schränken internationale Geschäfte ein

Die international agierenden hessischen Unternehmen blicken optimistisch auf ihr Geschäft für die kommenden zwölf Monate. Im langfristigen Vergleich bleibt das Expansionstempo aber weiterhin unterdurchschnittlich. Barrieren im Welthandel verhindern noch bessere Auslandsgeschäfte.

Diverse lokale Regelungen, die hessischen Unternehmen das Auslandsgeschäft erschweren. Quelle: DIHK

An der bundesweiten Umfrage „Going International 2018“ haben sich vom 22. Januar bis zum 9. Februar 2018 insgesamt über 2.100 auslandsaktive Unternehmen, davon 253 aus Hessen, beteiligt.

Die Formen des Auslandsengagements hessischer Unternehmen sind divers. Knapp zwei Drittel der hessischen Teilnehmer an der Befragung erwirtschafteten 2017 mehr als 40 Prozent des Umsatzes im Ausland.

Die Eurozone bleibt ihr unbestrittener Kernmarkt. Gute Geschäfte machten dort im vergangenen Jahr fast 70 Prozent – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2016 (54 Prozent) und 2015 (39 Prozent). Eine steigende Tendenz, die sich auch mit der positiven Bewertung Offenbacher Unternehmen deckt (2017: 63 Prozent, 2016: 58 Prozent).

Nach Wahrnehmung von 37 Prozent – acht Prozent mehr als im letzten Jahr – der befragten Unternehmen in Hessen ist die Abwicklung des internationalen Warenaustausches allerdings schwieriger geworden. Zusätzliche, oft diskriminierende oder unnötige lokale Zertifizierungen und Sicherheitsanforderungen verursachen Kosten, längere Lieferzeiten und verhindern unter Umständen sogar, dass Geschäfte zustande kommen. Sie widersprechen den Regeln eines fairen Welthandels (s. Abbildung). In puncto Handelshemmnisse stechen besonders Russland, China, die Türkei und die Vereinigten Staaten hervor.

„Es ist etwas ins Rutschen geraten“, sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer. „Denn immer mehr Staaten wollen sich abschotten. Das bereitet mir große Sorge. Dabei sind offene Märkte die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs.“ Er erinnerte an die etlichen zusätzlichen Zertifizierungen oder Sicherheitsanforderungen der vergangenen Jahre. „Jetzt erfolgt der Griff auf die Zölle.“ Europa solle sich auf seine Stärken fokussieren und gemeinsam für freien Handel und offene Märkte eintreten, so Schweitzers Appell. „Die Chancen auf den Weltmärkten müssen wir ergreifen, bevor es andere tun.“

DIHK-Außenwirtschaftschef Treier nannte die Auslandsaktivitäten derzeit „insgesamt robust“ – trotz der handelspolitischen Schwierigkeiten. „Die deutschen Unternehmen erwarten 2018 mehr Exporte und bessere Geschäfte dank einer gut laufenden Weltkonjunktur“, fasste er die Umfrageergebnisse zusammen.

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Milena Keuerleber
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