Erasmus+ bringt zukünftige Fachkräfte ins Land

Hallo Deutschland!

Fachkräfte auch aus dem Ausland gewinnen – diesen Weg gehen deutsche Unternehmen schon lange. Erasmus+ unterstützt sie dabei und setzt noch früher an: Das Programm lässt Auszubildende aus EU-Mitgliedstaaten Einblicke in deutsche Firmen nehmen.

„Erasmus+ ermöglicht jungen Menschen, im Rahmen ihrer beruflichen Aus- und Weiterbildung ein Praktikum bei einem Unternehmen im europäischen Ausland zu machen“, sagt Jana Maria Kühnl, Referentin für Aus- und Weiterbildung bei der IHK Offenbach am Main. So können deutsche Azubis Erfahrungen im Ausland sammeln und deutsche Unternehmen unter den Praktikanten aus dem Ausland zukünftige Fachkräfte finden.

„Erasmus+ ist ein Programm der EU und fördert einen Praktikumsaufenthalt von bis zu zwölf Monaten. Die Kosten für Anreise und Unterkunft werden übernommen“, erklärt Kühnl. Auch die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat das Thema ganz oben auf die Agenda gesetzt. Sie will das Europäische Parlament darin unterstützen, die Mittel für das Erasmus-Programm zum Austausch von jungen Menschen in Europa im nächsten Siebenjahres-Finanzplan zu verdreifachen.

„Die Möglichkeit ist großartig,“ sagt Manuel.

Einen besonders engen Kontakt pflegt die IHK Offenbach am Main mit der Auslandshandelskammer (AHK) für Spanien. „Da wir hier in Spanien mit der FEDA derzeit die einzige deutsche Schule haben, die sich ausschließlich der beruflichen Ausbildung widmet, und schon seit langem die deutsche Ausbildung in Spanien anbietet, ist das Interesse, im Rahmen von Erasmus+ ein Praktikum bei Firmen in Deutschland zu machen, groß“, erklärt Tanja Nause, Leiterin Aus- und Weiterbildung der AHK für Spanien.

Firmen, die Interesse daran haben, Auszubildenden aus Spanien einen Praktikumsplatz zu geben, können sich an die IHK Offenbach am Main wenden. „Die spanischen Praktikanten, die wir vermitteln, befinden sich zum überwiegenden Teil ganz am Ende ihrer beruflichen Ausbildung und sprechen Deutsch mindestens auf B1-Niveau. In den meisten Fällen wird es sich um ein dreimonatiges Praktikum handeln“, berichtet Kühnl.

www.erasmusplus.de

Foto: AHK

Kommen, lernen, bleiben

Manuel Valle García hat schon in seiner Schulzeit Deutsch gelernt. Sein Lehrer machte ihn auf die duale deutsche Ausbildung über die AHK Spanien und die FEDA (deutsche Schule in Spanien) aufmerksam. Heute absolviert er seine Ausbildung zum Industriekaufmann bei dem deutschen Unternehmen Huf im nordrhein-westfälischen Velbert. Seinen Erasmus+-Aufenthalt verbrachte er teilweise in einer Berufsschule in Stuttgart und teilweise im Mutterunternehmen bei Huf in Deutschland.

„Ich habe in dieser kurzen Zeit echt viel gelernt“, sagt der 20-Jährige. „Zum ersten Mal habe ich gesehen, wie die deutschen Auszubildenden arbeiten und wie die Produktion in Deutschland funktioniert. Am besten hat mir gefallen, dass ich auch die Zulieferer kennengelernt habe. Die Möglichkeit ist großartig, denn Flug, Zug und Unterkunft wurden über Erasmus+ organisiert.“

Kontakt:

Jana Maria Kühnl
Telefon (069) 8207-341
kuehnl@offenbach.ihk.de