Vorsorge bei Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen

Haftungsfalle Hochwasser

Für die Wissenschaft ist längst erwiesen, dass durch den Klimawandel die Wahrscheinlichkeit von Starkregenereignissen und Hochwasser zunehmen wird. Sind Sie darauf vorbereitet?

Bei Überschwemmungen können gefährdende Stoffe wie Öle, Schmierstoffe und Säuren in Gewässer gelangen. Unternehmen müssen vorsorgen, um dies zu verhindern. Foto: Fotolia

Eine frühzeitige Hochwasserplanung ist unerlässlich, denn neben finanziellen Schäden durch Überflutungen im Unternehmen können auch Betriebsabläufe für erhebliche Zeiträume unterbrochen werden.

Eine besondere Vorsorge ist geboten für Unternehmen, die über Anlagen verfügen, in denen mit wassergefährdenden Stoffen umgegangen wird. Denn nach dem sogenannten „Besorgungsgrundsatz“ nach § 62 Wasserhaushaltsgesetz, müssen Anlagen zum Lagern, Abfüllen, Herstellen und Behandeln wassergefährdender Stoffe und Anlagen zum Verwenden dieser Stoffe so beschaffen sein und betrieben werden, dass im Normalbetrieb, aber eben auch im Katastrophenfalle keine Stoffe in die Gewässer gelangen können. Passiert dies doch, so haftet der Anlagenbetreiber auch für entstandene Schäden bei Grund- und Oberflächengewässern.

Wassergefährdende Stoffe finden sich unter anderem in Ölen, Schmierstoffen, Säuren, brennbaren Flüssigkeiten, Reinigern oder gefährlichen Abfällen. Wie die Anlagen, in denen mit diesen Stoffen umgegangen wird, beschaffen sein müssen, das regelt die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV), die im August 2017 in Kraft getreten ist.

Die neue Bundesverordnung AwSV löst die bisherigen Landesverordnungen vollumfänglich ab und regelt die Einstufung von Stoffen und Gemischen nach ihrer Gefährlichkeit, unter Berücksichtigung des globalen Gefahrstoffrechts. Sie beinhaltet neue Anforderungen an die Technik sowie besondere Anforderungen an die Rückhaltung bestimmter Anlagen. Die neue AwSV betrifft praktisch alle Unternehmen des produzierenden Gewerbes, Speditionen, die Entsorgungswirtschaft und Großhändler, aber auch Privathaushalte mit Ölheizungen sowie Betreiber von Biogasanlagen.

Kontakt:

Peter Sülzen
Telefon (069) 8207-244
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