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„Arbeit muss einfach Spaß machen“

Neues Gesetz soll Wachstum und Kapitalausstattung einfacher machen

Gute Nachrichten für Mittelständler und junge Start-up-Unternehmen: Nach einem Gesetzentwurf der Bundesregierung soll es für Kapitalgesellschaften steuerliche Erleichterungen bei der Verlustverrechnung geben. Geplant ist, dass Unternehmen aufgelaufene Verluste auch dann gegenüber dem Finanzamt geltend machen können, wenn ihre Anteilseigner wechseln.

Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der bisherigen Situation. Bislang verfielen nicht genutzte Verluste nämlich, wenn sich die Eigentümerstrukturen änderten oder auch nur ein neuer Eigentümer zum Gesellschafterkreis hinzustieß.

Hintergrund: Auf diese Weise sollte verhindert werden, dass Unternehmen vor allem wegen ihrer hohen Verlustvorträge gekauft werden. Um Spekulationen dieser Art auch in Zukunft nicht Tür und Tor zu öffnen, gelten bei der neuen Regelung zwei Bedingungen: Der Geschäftsbetrieb muss nach dem Wechsel der Anteilseigner erhalten bleiben und eine anderweitige Nutzung der Verluste muss ausgeschlossen sein.

Die Steuerausfälle, die durch ein entsprechendes neues Gesetz entstehen, werden auf etwa 600 Millionen Euro beziffert. Aus Sicht der Bundesregierung überwiegen jedoch die Vorteile:

„Die Neuregelung der steuerlichen Verlustverrechnung soll Kapitalgesellschaften künftig das Wachstum und die Ausstattung mit Kapital erleichtern“, heißt es in einer Erklärung. „Damit werden die steuerlichen Rahmenbedingungen für Wagniskapital verbessert.

Die neuen Bestimmungen gelten für alle Kapitalgesellschaften, von ihnen profitieren also auch junge Unternehmen mit innovativen Geschäftsideen.“

In der Tat dürften vor allem kleine und mittlere Start-up-Unternehmen Nutzen aus der Neuregelung ziehen, verzeichnen diese doch überdurchschnittlich oft einen Wechsel von Anteilseignern bzw. Änderungen in ihrer Eigentümerstruktur. Doch nicht nur diese dürfen sich freuen. Lob kommt ebenfalls von der „Stiftung Familienunternehmen“, die die Reform ausdrücklich begrüßte. Sie erleichtere Umstrukturierungen und erhöhe die im internationalen Wettbewerb so wichtige Flexibilität, hieß es zur Begründung. „Es handelt sich um einen wichtigen Schritt gerade für die international aufgestellten Familienunternehmen und verdient in jedem Fall Anerkennung“, erklärte Matthias Lefarth, der Steuerexperte der Stiftung, in einem Statement. Das neue Gesetz soll bereits rückwirkend zum 1. Januar 2016 gelten.