Geschäftspotenziale deutscher Unternehmer im Iran

50 Unternehmensvertreter informierten sich jüngst beim Wirtschaftstag Iran in der IHK Offenbach am Main über die aktuelle wirtschaftliche Situation und die Geschäftspotenziale deutscher Unternehmer im Iran.

V.l.n.r.: Andreas Lang, Geschäftsführer Frankfurt Medical Systems GmbH, René Harun, Geschäftsführer Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer in Teheran, Kerstin Schoder-Steinmüller, Geschäftsführerin Schoder GmbH, Klaus Preißler, Euler Hermes Deutschland AG Niederlassung der Euler Hermes SA, Mirjam Schwan, IHK-Geschäftsführerin International, sowie Armin Gerhardt, Geschäftsführer und Gründer Efis Edi Finance Service AG, informierten mit Carla Everhardt, Rechtsanwältin Rechtsanwaltsgesellschaft Rödl & Partner (nicht im Bild), über Marktchancen im Iran. Foto: IHK/Bicer.

Seit Anfang 2016 werden die Wirtschaftssanktionen der Vereinten Nationen, der USA und der Europäischen Union, die über ein Jahrzehnt gegenüber dem Iran bestehen, schrittweise abgebaut.

Durch die jahrelange Abschottung Irans besteht enormer Modernisierungs- und Nachholbedarf in allen Branchen, insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, in der Automobilindustrie, Chemie, Umwelt- und Medizintechnik. „Deutsche Produkte genießen im Iran hohen Stellenwert und sind sehr gefragt“, so René Harun, Geschäftsführer der Deutsch-Iranischen Industrie- und Handelskammer in Teheran. Für deutsche Unternehmen besteht somit großes Geschäftspotenzial. Dennoch sollte der Markteinstieg gut vorbereitet sein, da trotz der teilweisen Sanktionslockerungen noch Hindernisse überwunden werden müssen.

Die Sanktionen im Zahlungsverkehr sind aufgehoben und der iranische Bankensektor ist wieder an das SWIFT-System (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication) angeschlossen, welches den sicheren Informationsaustausch zwischen Banken ermöglicht. Mittlerweile hat der Iran auch seine Schulden gegenüber den Exportkreditgarantien des Bundes (Euler Hermes) beglichen, so dass auch hier wieder Anträge für Exportkreditversicherungen des Bundes angenommen werden können.

Deutsche Delegationen geben sich seit mehreren Monaten im Iran die Klinke in die Hand. Trotz des großen Interesses gibt es noch Hürden, da die Banken in Europa sich mit der Zahlungsabwicklung zurückhalten, weil sie Sanktionen der USA befürchten. Europäische Banken wurden in der Vergangenheit schon mit hohen Strafzahlungen verurteilt, da sie gegen bestehende US-Embargos verstoßen haben.

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Brigitte Lampa
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