Ganz schön schlau! So wird Ihr Büro zum „Smart Office“

Miteinander vernetzte und „kommunizierende“ Geräte sparen auch am Arbeitsplatz Energie, sorgen für mehr Komfort und Sicherheit. Auch im Büro ist die Zukunft längst angekommen.

Energie sparen, mehr Komfort am Arbeitsplatz, mehr Sicherheit: Das moderne Büro überlässt diese Aufgaben nicht mehr den Mitarbeitern oder Organisationsplanern – es „denkt mit“ und findet wie von selbst die optimalen Lösungen. Sogenannte „Smart Home“-Systeme, also vernetzte und miteinander kommunizierende Geräte, setzen sich nicht nur in Privathäusern und Wohnungen immer mehr durch. Auch bei der Büroorganisation helfen sie, den Alltag einfacher und kostensparender zu gestalten. Hier stellen wir nur einige der bereits heute praktikablen Möglichkeiten vor.

  • Beispiel Energie: Im „Smart Office“ regelt die Technik die Temperatur in jedem Raum individuell, je nach Nutzungsverhalten. So fährt sich beispielsweise über eine Zeitschaltuhr die Heizung im Konferenzraum jeden Morgen pünktlich zur Besprechung hoch und anschließend wieder herunter. Umgekehrt registrieren Sensoren einfallendes Sonnenlicht – und lassen, entsprechend programmiert, automatisch die Jalousien herab. Bewegungsmelder erkennen leere Räume – und schalten nach einem frei wählbaren Zeitraum sowohl Licht als auch Heizung ab. „Intelligente“ Stromzähler („Smart Meter“) vergleichen die tageszeitabhängig wechselnden Stromtarife – und führen energieintensive Arbeiten in den günstigsten Zeiten durch.
  • Beispiel Sicherheit: Rauchmelder lösen bei einem Brand nicht mehr nur einfach Alarm aus. Entsprechend vernetzt fahren sie zum Beispiel auch heruntergelassene Rollläden hoch, um Fluchtwege frei zu machen, während sich sämtliche Türen je nach Sicherheitsbedarf entweder öffnen (Fluchttüren) oder schließen (Brandschutztüren). Oder bei einem Einbruchversuch: Kommen die Langfinger wie so häufig durchs Fenster, schalten Glasbruchsensoren unvermittelt das Licht ein und lösen einen Alarm aus, der auch an die Polizei weitergeleitet wird. Zur Prophylaxe geht die Beleuchtung außerhalb des Gebäudes bei einbrechender Dunkelheit automatisch an und taucht vor allem einbruchsgefährdete Ecken in helles Licht.
  • Beispiel Komfort: Mit Geräten, die per Computer-App bedienbar sind, kann man sämtliche Funktionen auch von unterwegs aus über Smartphone oder Tablet steuern, inklusive der Übertragung von Überwachungskameras. Aber auch die Tür zum Konferenzraum lässt sich von außerhalb öffnen, wenn ausgerechnet der Mitarbeiter, der den Schlüssel hat, sich verspätet. Und die Kaffeemaschine kann bereits in Gang gesetzt werden und ihren Duft verströmen, bevor die Mitarbeiter das Büro überhaupt betreten haben.

Klingt sehr komfortabel – aber wie funktioniert das eigentlich alles? „Nervensystem“ des intelligenten Büros ist ein sogenanntes BUS-System (BUS = Binary Unit System): Es arbeitet mit Sensoren, die Impulse aufnehmen (Licht, Wärme, Zeit, Schall usw.) und an „Aktoren“ weiterleiten, die dann die entsprechenden Geräte in Gang setzen. Möglich ist dies entweder über Kabel oder aber über funkgesteuerte Systeme.

Da bei kabelbasierten Lösungen ein erheblicher Installationsaufwand notwendig ist, raten Experten meist bei Neubauten oder umfangreichen Renovierungen zu dieser Variante. Immerhin müssen die Kabel erst einmal verlegt werden, wodurch entsprechende Arbeiten wie das Aufstemmen von Wänden erforderlich werden. Dafür gelten Kabel-Systeme als sehr stabil, zuverlässig und wartungsarm. Bei den Installationskosten werden allerdings – je nach Anzahl der Räume und dem gewünschten Leistungsniveau – schnell vier- oder sogar fünfstellige Beträge fällig.

Funksysteme sind deutlich günstiger. Starterpakete mit einigen Grundkomponenten wie vernetzten Thermostaten, Wandschaltern oder Fensterkontakten gibt es bereits für einige hundert Euro und können um Zusatzprodukte erweitert werden (aber Achtung: die einzelnen Komponenten müssen untereinander kompatibel sein). Auch fallen hier bei der Installation keinerlei Bauarbeiten an. Funkbasierte Systeme gelten aber im Vergleich zu Kabellösungen als störanfälliger. Gerade in dicht besiedelten Gegenden können die Vielzahl benachbarter Netzwerke ebenso stören wie dicke Wände im Gebäude. Dennoch lohnt sich in Bestandsbauten der Einbau eines kabelbasierten Systems vom Aufwand her meist nicht.

Und noch eines sollten Sie beachten, wenn Sie Ihr Büro cleverer machen wollen: Wie bei allen digitalisierten Lösungen besteht auch hier die potenzielle Gefahr eines Missbrauchs durch Cyber-Kriminelle. Experten der Polizei raten deshalb dazu, dieselben Sicherheitsstandards anzulegen wie bei anderen IT-Einrichtungen im Betrieb – damit beim „Smart Office“ ausschließlich die Kriminellen die Dummen sind.