Reingeschaut bei … BWS Sicherheitsdienste

Ganz im Dienst der Sicherheit

Rot-weiß und weiß-rot flattern die Fahnen in der Heinrich-Krumm-Straße 9 in Offenbach. Wie ein Festungsturm ragt daneben ein hohes weißes Gebäude in den Himmel. Ein flacher, langgezogener Bau ergänzt das Ensemble, in dem das Unternehmen BWS Sicherheitsdienste Harlass-Roth Bartenstein GmbH seit Sommer 2017 seinen Sitz hat.

Frank Bartenstein (2.v.r.) in der 24-Stunden Notruf- und Serviceleitstelle. Fotos: Arens-Dürr/IHK

Am Standort in Offenbach Waldhof, wo BWS 6.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen, befand sich zuvor ein metallverarbeitender Betrieb. „Wir haben alles entkernt, umgebaut und das Gebäude an der Straße bewusst wie eine Burg gestaltet. Es signalisiert: Das hier ist ein Ort der Sicherheit“, erklärt Geschäftsführer Frank Bartenstein. Vier bis zum Umzug über das Stadtgebiet verteilte Unternehmen aus der BWS-Gruppe sind dort jetzt unter einem Dach vereint.

Die angebotenen Dienstleistungen reichen von der Überwachung von Industrieunternehmen, Baustellen und Einkaufscentern, über das Bereitstellen von Pförtnern bis zum technischen Management von Aufzügen und Heizungsanlagen. BWS-Mitarbeiter übernehmen zum Beispiel auch das Auf- und Abschließen von Gebäuden und die Notruftelefone von Wohnungsbaugesellschaften außerhalb deren Betriebszeiten. Bis zum SOS-Armbandtelefon für Sportler und Senioren reicht die Angebotspalette. „Was wir nicht machen, sind Geld- und Werttransporte. Dazu müssten unsere Mitarbeiter Waffen tragen“, stellt der Chef fest und sagt: „Gut 1.000 Kunden haben wir deutschlandweit.“

Das BWS-Gebäudeensemble im Gewerbegebiet Offenbach Waldhof.

Planen und schulen

Im Erdgeschoss des Nebengebäudes zeigt Bartenstein das Sicherheitscenter, einen großzügigen Ausstellungsraum, wo der Kundenbedarf analysiert und die Basis für ein Sicherheitskonzept ermittelt werden. „Wir präsentieren hier unterschiedliche Möglichkeiten zur Absicherung im privaten und im gewerblichen Bereich: von kleinen Sicherheitsprodukten wie Bewegungsmeldern bis zu komplexen Anlagen der höchsten Klasse 3138 der VdS Schadenverhütung GmbH, die beispielsweise für Juweliere obligatorisch sind“, berichtet Bartenstein.

Im Obergeschoss stehen Schulungsräume bereit. „Wir werden eine eigene Akademie etablieren, zum Beispiel für Unterrichtungen nach § 34a der Gewerbeordnung. Das ist der Einstieg ins Bewachungsgewerbe. Auch Selbstverteidigungskurse haben hier schon stattgefunden“, beschreibt er, wozu dieser Bereich im Gebäude dient.

Leitstelle der höchsten Klasse

Das Herzstück des neuen BWS-Standorts ist die 24-Stunden-Notruf- und Serviceleitstelle im Erdgeschoss der „Burg“. „Sie entspricht der höchsten Klasse, und zwar als Einzige in Offenbach“, versichert der Geschäftsführer stolz und ergänzt: „In Frankfurt erfüllen nur die Leitstellen in der Europäischen Zentralbank und die eines Rechenzentrums höhere Standards. Wir kommen auf Platz drei in der Region.“

Der Ort der Sicherheit ist selbst bestens geschützt, und damit gleichzeitig die Daten und Schlüssel der Kunden: Wer hinein will, muss sich anmelden und eine Schleuse mit Panzertür passieren. Es gibt zwar Fenster, die lassen sich aber nicht öffnen und sind mit Panzerglas versehen. Frischluft fließt durch eine Klimaanlage in die Räume. „Im Notfall sind wir hier 36 Stunden autark. Wir haben auch eine Küche, Sanitärräume und Vorräte. Ein Notstrom-Aggregat garantiert, dass alles weiterläuft, falls wir von der Stromversorgung abgeschnitten werden“, erklärt er.

Ein großflächiger Bildschirm zeigt Videoaufnahmen von einem Einkaufscenter. Auf einem anderen Monitor ist eine Übersichtskarte mit von BWS überwachten Objekten zu sehen. Als ein Bewegungsmelder auf einer Baustelle einen Alarm auslöst, schaltet der Mitarbeiter in der Serviceleitstelle auf die Videokamera um, die am Objekt installiert ist. Obwohl es in dem Raum keine Lichtquelle gibt, ist deutlich ein Mann zu erkennen, der mit einer Taschenlampe eine Installation an der Decke überprüft. Es ist kein Einbrecher, sondern ein Handwerker. Entwarnung.

Blick in den Schlüsselschrank.

Idee und Initiative

Was auf den ersten Blick aussieht wie das Warenlager einer Apotheke, entpuppt sich als Schlüsselschrank. „Gewöhnlich sind die Schlüssel der Kundenobjekte verplombt. Wir haben uns für ein System mit RFID-Tracking entschieden“, berichtet Bartenstein und beschreibt seine Idee, einen Apothekerschrank umzufunktionieren. Nun angelt ein Roboterarm den gewünschten Schlüssel aus einem Kästchen und lässt ihn in den Ausgabeschacht fallen. Der Schlüssel wird gescannt und vom Fahrer mit zum Objekt genommen.

Auch die Bewegungsprotokolle der sechs BWS-Fahrer im Außendienst sind auf der Übersichtskarte sichtbar. „So können wir dokumentieren, wann sich unsere Mitarbeiter wo aufhalten. Sie wissen, dass sie beobachtet werden. Wir kriegen nur Leute, die sauber arbeiten wollen“, sagt der Geschäftsführer. Allerdings sei qualifiziertes, zuverlässiges Personal nicht leicht zu finden. Zu lange sei in der Branche zu schlecht bezahlt worden. Unter anderem bildet er Fachkräfte für Schutz und Sicherheit aus, um auch zukünftig ein gutes Team zu haben.

Wenn, dann richtig

„Wenn man über Sicherheit nachdenkt, soll man es richtig machen“, findet Bartenstein. Von Smart-Home-Lösungen hält er im Zusammenhang mit Gebäudeschutz wenig: „Die können gehackt werden. Sicherheitstechnik muss vom Internet getrennt sein“, lautet sein Standpunkt.

Er selbst hat richtig investiert: Alleine 40 Kilometer Kabel hat er verlegen lassen und insgesamt drei Millionen Euro für den neuen Standort ausgegeben.

www.bws-offenbach.de

Autor:

Birgit Arens-Dürr
Telefon (069) 8207-248
arens@offenbach.ihk.de