Flexibles Arbeiten nach Corona

Die Arbeitswelt hat sich deutlich verändert. Wie flexibles Arbeiten nach Corona aussehen kann, zeigen Konzepte wie Blended Working oder Desksharing. Damit sich wechselnde Arbeitsplätze nicht negativ auf die Gesundheit auswirken, braucht es ergonomische Lösungen.

Damit Desksharing eine langfristige Lösung wird, müssen Arbeitsplätze an die körperlichen Voraussetzungen der Mitarbeiter angepasst werden können. / Fotos: Fellowes

Schon zu Beginn der Corona-Pandemie zeichnete sich ab, dass sich die gewohnte Arbeitsrealität nachhaltig verändern wird. In einer umfassenden Studie zu den Auswirkungen von Homeoffice auf die psychische und physische Gesundheit, die Fellowes im Frühjahr 2021 durchgeführt hat, bestätigten bereits ein Großteil der Befragten (90 Prozent), dass sie auch in Zukunft von zu Hause aus arbeiten möchten. Dieser Wunsch hat sich zu einem Bewertungskriterium der eigenen Arbeitsstelle ent­wickelt. Arbeitgeber sind angehalten, Bürokonzepte zu überdenken und die Gestaltung der Arbeitsplätze an die neue Situation anzupassen.

Freie Wahl des Arbeitsortes

Was für viele als provisorische Zwischenlösung begann, ist heute gelernte Realität: Homeoffice. Eine enorme Erleichterung im Alltag bringt für Arbeitnehmer das Wegfallen des Arbeitsweges. Das bedeutet nicht nur ein Zugewinn an Zeit, sondern auch eine finanzielle Entlastung durch ausbleibende Fahrtkosten. Hinzu kommen flexiblere Arbeitszeiten, die es ermöglichen, den Tag individueller zu gestalten und an die eigene Produktivität anzupassen. Fehlende Kollegen hingegen können zu sozialer Isolation führen. Schlecht ausgestattete Arbeitsplätze im Homeoffice schädigen Rücken und Halswirbelsäule. Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens PwC (Mai 2021) bestätigt, dass bundesweit etwa die Hälfte der Befragten (42 Prozent) eine Mischung aus Homeoffice und Bürotagen bevorzugt.

Neue Organisationsformen

Der sogenannte Blended-Working-Ansatz oder auch Hybrid-Working verbindet Homeoffice mit bürobasierter Arbeit. Arbeitnehmer haben so beispielsweise zwei feste Tage pro Woche, an denen sie von zuhause arbeiten. Das führt dazu, dass sich weniger Personen zur gleichen Zeit im Büro aufhalten und ermöglicht dem Arbeitgeber, die Räumlichkeiten anzupassen. Ein Modell hierfür bietet das Desksharing: Mitarbeiter habe keinen festen Arbeitsplatz mehr, sondern verbinden ihren Laptop je nach Verfügbarkeit mit einem beliebigen Tisch.

Christian Brunner, Vorsitzender des Instituts für Gesundheit und Ergonomie e.V. weist darauf hin, dass die Büroausstattung dieser Flexibilität gerecht werden muss: „Damit Desksharing eine erfolgreiche und langfristige Lösung wird, müssen Arbeitnehmer produktiv und gesund arbeiten können. Arbeitsplätze müssen an die körperlichen Voraussetzungen der Mitarbeiter angepasst werden können. Dass sich unterschiedliche Personen am gleichen Arbeitsplatz wohlfühlen, ist nicht automatisch so“.

Gesundes Arbeiten ermöglichen

Augen, Nacken und Schultern werden besonders schnell überansprucht, wenn der Monitor nicht die richtige Position hat. Einfache Laptophalter oder Monitorarme können hier schnell Abhilfe schaffen, indem sie den Bildschirm auf Augenhöhe bringen und die beanspruchten Körperpartien entlasten.

Sitz-Steh Workstations oder höhenverstellbare Schreibtische vereinfachen den regelmäßigen Wechsel zwischen sitzender und stehender Arbeitsposition. „Desksharing ist häufig einfacher umzusetzen, als viele erwarten. Kleine Helfer wie Monitorarme oder Fußstützen können auf die individuelle Größe des Nutzers eingestellt werden“, sagt Perihan Ülkü, Marketing Manager Healthy Workspace Solutions bei der Fellowes GmbH. „Je einfacher der Wechsel zwischen Homeoffice und Büro funktioniert, desto höher ist die Akzeptanz bei Arbeitnehmern.“