Fehler bei der Personalsuche vermeiden – so geht’s!

Wer immer wieder den oder die Falsche einstellt, sollte die Vorgehensweise beim Einstellungsverfahren gründlich unter die Lupe nehmen

Es kostet Nerven, Zeit und letztlich auch Geld: Sich bei der Neubesetzung einer freien Stelle für den falschen Kandidaten zu entscheiden, ist für beide Seiten unangenehm – kommt aber in jedem Betrieb gelegentlich vor. Etwas anderes ist es, wenn sich solche Fälle häufen. Dann sollten Personalverantwortliche ihre Vorgehensweise unter die Lupe nehmen und auch Details des Auswahlverfahrens kritisch hinterfragen.

„Prüfen Sie zunächst, ob Ihre vorgegebenen Auswahlkriterien noch stimmen“, rät Ausbildungsexperte Michael Kluge in einem Beitrag für die Fachzeitschrift „Personalwirtschaft“. Hintergrund: Häufig entscheiden heute Computerprogramme über die Vorauswahl der Bewerber, etwa anhand von vorgegebenen Schul- oder Studienabschlüssen. Hier sollten Unternehmen regelmäßig kontrollieren, ob die verwendeten Kriterien noch zu den betrieblichen Anforderungen passen.

Gleiches gilt für die Fragen, die üblicherweise im Einstellungsgespräch gestellt werden. Standardfragen wie „Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ erzeugten Standardantworten, so Experte Kluge. Besser seien Fragen, die gezielt die Eignung für die künftige Tätigkeit abklopfen – also etwa, welche Fertigkeiten der Bewerber oder die Bewerberin speziell für die zuvor beschriebene Arbeit hat und ob die erforderlichen Techniken, Verfahren, Programme usw. beherrscht werden. Außerdem sei es wichtig, dass am Gespräch auch der unmittelbare Vorgesetzte des potenziellen Mitarbeiters teilnehme. Kluge: „Nur er ist in der Lage, die einzelnen Arbeitstätigkeiten mit allen Vor- und Nachteilen zu schildern und herauszubekommen, ob der Bewerber über das gewünschte Know-how verfügt.“

Sollte es zu einer Einstellung kommen, seien in der Anfangszeit regelmäßige Gespräche mit dem oder der Neuen sinnvoll. So lässt sich am deutlichsten abklären, wo es Probleme gibt und was in der Zusammenarbeit verbessert werden kann – und zwar bevor eventuelle Schwierigkeiten so gravierend werden, dass man sich schon nach kurzer Zeit wieder trennen muss.

Häufig entstehen solche Probleme übrigens dadurch, dass die Stellenbeschreibung „geschönt“ war und nicht mit den wirklichen Arbeitsbedingungen übereinstimmt. Kluge plädiert dagegen für mehr Ehrlichkeit in der Stellenausschreibung. Ein Mitarbeiter, der nach seiner Einstellung feststellt, dass die geschilderten Stellenmerkmale nicht oder nur zum Teil zutreffen, werde das Unternehmen meist schnell wieder verlassen – und die Suche beginnt von vorn …