Goethe-Universität vermittelt Kontakte zu internationalen Absolventen

Fachlich qualifiziert und interkulturell kompetent

An der Frankfurter Goethe-Universität kommen 15 Prozent der 46.000 Studierenden aus dem Ausland. Nach dem Examen verfügen sie nicht nur über exzellentes Fachwissen. Sie bringen auch gefragte Schlüsselkompetenzen für die Arbeitswelt mit. Der International Career Service der Universität hilft ihnen und Unternehmen in der Region bei der Kontaktaufnahme.

Heute im Hörsaal, morgen im Unternehmen. Es lohnt sich, unter ausländischen Universitätsabsolventen nach Fachkräften Ausschau zu halten. Foto: Seventyfour/Fotolia

Gerade begabte und lernwillige Persönlichkeiten wagen den Schritt, ein Studium in einer fremden Umgebung zu absolvieren. Sie passen sich schnell an neue Rahmenbedingungen an und bringen interkulturelle Kompetenzen mit. Zusätzlich werden die Studierenden durch strukturelle Herausforderungen und rechtliche Vorgaben gefordert. Meist verpflichten Visa-Auflagen sie, neben dem Studium selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen und gleichzeitig Studienleistungen innerhalb strenger zeitlicher Vorgaben nachzuweisen. Das geht nur bei hoher Belastbarkeit, mit gutem Zeitmanagement und viel Motivation.

Befürchtungen hinsichtlich der Sprachkompetenzen sind gewöhnlich unbegründet. Wer ein (deutschsprachiges) Studium an der Goethe-Universität mit ausländischer Hochschulzugangsberechtigung aufnehmen will, muss zuvor nachweisen, dass er Deutschkenntnisse auf weit fortgeschrittenem Niveau hat. Oft verfügen internationale Studierende über sehr gute Englischkenntnisse und sprechen darüber hinaus – abhängig von ihrer Herkunft – mindestens eine weitere Fremdsprache.

Man sollte sich kennenlernen

Obwohl viele ausländische Absolventen sich vorstellen können, nach dem Studium zumindest auf Zeit in Deutschland zu leben und zu arbeiten, bleiben bisher nur 44 Prozent von ihnen. Der International Career Service der Goethe-Universität begleitet die jungen Menschen im Rahmen eines Projektes des Europäischen Sozialfonds bei der Berufsorientierung und unterstützt sie bei Fragen zum Berufseinstieg. Es gibt Workshops zu Bewerbungs- oder Assessment-Center-Trainings und Praxisvorträge.

Studierende und Absolventen aus dem Ausland kennen selten die mittelständischen Unternehmen in der Region. Auf der anderen Seite fehlen Mittelständlern die Ressourcen, um sich an Universitäten vorzustellen und dort Personal zu rekrutieren.

Mit neuen Veranstaltungsformaten sollen ausländische (aber auch inländische) Absolventen und Unternehmen effizient und ressourcenschonend zusammenfinden. So hat der Career Service der Universität Mainz mit dem „Absolventen-Speed-Dating“ positive Erfahrungen gesammelt: Mittelständler, die eine Position zu besetzen haben, treffen geeignete Absolventen. Die Unternehmen haben die Chance, ihren unmittelbaren Bedarf an Hochschulabsolventen zu decken. Außerdem positionieren sie sich an der Hochschule als relevanter Arbeitgeber. Präsenz und gegenseitige Aufmerksamkeit schaffen auch Vortragsreihen, in denen sich Firmen vorstellen: Im Rahmen von drei bis vier semesterbegleitenden Vorträgen berichten sie von ihren Tätigkeitsfeldern und den Herausforderungen in ihrer Branche. Werden Unternehmensgründer dafür gewonnen, kann die Einstellung der Studierenden zum Thema Gründung positiv beeinflusst werden.

Der Career Service der Goethe-Universität Frankfurt plant, sein Angebot für mittelständische Unternehmen auszuweiten, um die Kontaktaufnahme weiter zu vereinfachen.

Autoren:

Marion Gröger
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Jens Blank
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