Konjunkturelle Entwicklung in der Region Offenbach stabilisiert sich

Exportrisiken trüben Aussichten

Der Start ins neue Jahr beginnt mit einer positiven Nachricht: Die konjunkturelle Entwicklung in der Region Offenbach stabilisiert sich. Der Konjunkturklimaindex der IHK Offenbach am Main steigt um 5,9 Punkte auf einen Stand von 119,3 Punkten.

Der IHK-Konjunkturklimaindex: Übersicht über die Entwicklung der vergangenen zehn Jahre. Grafik: IHK

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner kommentiert: „Die pessimistische Erwartungshaltung zum Ende des letzten Jahres kann wieder leicht nach oben korrigiert werden, bleibt aber auf niedrigem Niveau. Die aktuelle Lage sowie die Beschäftigungs- und Investitionspläne lassen eine positive konjunkturelle Entwicklung im laufenden Jahr vermuten. Die Exportaussichten jedoch fallen auf einen Tiefstand und offenbaren, wo derzeit die größten Herausforderungen liegen.“

Der Großteil der Unternehmen sieht sich einer guten Geschäftslage gegenüber. Der positive Trend am Arbeitsmarkt soll sich gemäß der Einschätzung im Laufe des Jahres fortsetzen. Der Fachkräftebedarf bleibt hoch. Die Mehrheit der Unternehmen sieht im Fehlen von Arbeitskräften ein Risiko für ihre Geschäftsentwicklung. Der Ausblick auf die kommenden Monate bleibt trotzdem verhalten. Dies dürfte insbesondere auf den starken Rückgang der Exporterwartung zurückzuführen sein.

„Die weltweit nachlassende Konjunkturdynamik und die zahlreichen Herausforderungen, vor denen wichtige Handelspartner Deutschlands stehen, haben zunehmend einen dämpfenden Einfluss auf die Erwartung an das Auslandsgeschäft auch in der Region Offenbach. In Frankreich wirken sich die Proteste unmittelbar auf den von der Regierung eingeschlagenen Reformkurs aus. Italien hat mit der Bewältigung einer Schuldenkrise zu kämpfen, die die Konjunktur nachhaltig lähmen könnte. Die Handelsstreitigkeiten zwischen China und den USA treffen auch unsere Mitglieder als Teil von weltweiten Produktionsketten. Nicht zuletzt drohen durch einen ,harten Brexit‘ unabsehbare Folgen für den Handel zwischen Deutschland und Großbritannien“, verdeutlicht Weinbrenner.

Großbritannien ist mit einem Volumen von 8,2 Milliarden Euro (Stand 2017) fünftgrößter Handelspartner der hessischen Wirtschaft. Verlässt das Land die EU ohne Abkommen, drohen den Unternehmen Zusatzkosten, ein hoher bürokratischer Aufwand und große Unsicherheit auf vielen Ebenen, zum Beispiel bei Warenverkehr, Transport, Verträgen oder dem Entsenden von Mitarbeitern.

„Eine schnelle Klarstellung des zukünftigen Verhältnisses zwischen der EU und Großbritannien ist unerlässlich. Wird es seitens des britischen Parlaments und der EU nicht zügig zu einer Einigung kommen, werden weitere Handelsspannungen den Warenverkehr und das Wachstum belasten und zu zunehmender Planungs- und Investitionsunsicherheit führen“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

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