Blick über den Tellerrand

Events nachhaltig planen und durchführen

Zu einer nachhaltigen Firmenveranstaltung gehört ein nachhaltiges Catering mit entsprechenden Lebensmitteln. Doch auch weitere Faktoren wie die Wahl der Location und der Umgang mit den Servicemitarbeitern spielen eine Rolle.

Bei der Planung eines Firmenevents sind viele Aufgaben zu erledigen. Bei einer Großveranstaltung sind Essen und Trinken wichtig, vor allem in Bezug auf Nachhaltigkeit. Ein nachhaltiges Catering erscheint aufwändig und teuer. Sicher erfordert es Aufmerksamkeit, doch der positive Effekt, der damit erzielt werden kann, ist groß: Denn man tut nicht nur der Umwelt etwas Gutes, auch die Wahrnehmung bei Kunden und Gästen ist positiv. Schließlich werden Bemühungen um Nachhaltigkeit von Unternehmen durch deren Kunden und Partner honoriert. Folgende Hinweise sind zu beachten:

Auswahl der Lebensmittel

Wer ein nachhaltiges Menü oder Buffet anbieten möchte, muss auf bestimmte Lebensmittel verzichten. Erdbeeren zum Nachtisch auf der Weihnachtsfeier sind nicht möglich, beim Sommerfest natürlich schon. Auch Ananas stellt ein Problem dar, denn beim nachhaltigen Catering müssen saisonale und regionale Produkte auf den Teller kommen, konsequenterweise in Bioqualität. Caterer, die auf nachhaltige Angebote spezialisiert sind, können entsprechende Menü-Vorschläge machen, die raffinierte Gerichte mit heimischen und saisonalen Lebensmittel enthalten. Die Zeit und Wegstrecke vom ökologischen Anbau bis hin zum Teller des Gasts sollen möglichst kurz sein. Bei der Auswahl des Menüs oder Buffets stellt sich die Frage, ob Fleisch auf dem Speiseplan stehen soll. Für den Event kann natürlich Bio-Fleisch aus der Region als Alternative verwendet werden. Aufgrund der Klimabilanz sollte aber zumindest über eine Reduktion nachgedacht oder Fleisch eben gleich ganz vom Speiseplan des Events gestrichen werden. Ein guter Caterer, der sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, wird hierzu beraten können. Ein Buffet ohne Fleisch muss nämlich nicht aus langweiligen Beilagen bestehen.

Konsequenz in der Umsetzung

Veranstalter, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen, sollten nicht nur das Catering beachten sondern über den Tellerrand schauen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Saisonale Snacks aus der Region mit Plastikbesteck von Einweggeschirr zu essen, wäre fast schon fahrlässig. Allerdings eignen sich dünne Teller aus Bambus auch nicht für einen festliche Veranstaltung beispielsweise im Bankensektor, da die Gäste einer solchen Veranstaltung meist eine bestimmte Erwartungshaltung an Stil und Atmosphäre haben. Damit auf Wegwerf-Artikel verzichtet werden kann, vermieten Caterer Geschirr und Gläser. Getränke können aus Mehrwegflaschen ausgeschenkt werden, so lässt sich Müll vermeiden.

Events benötigen oft eine anspruchsvolle technische Ausstattung. Hier sollte bei der Organisation und Buchung die Reduktion des Stromverbrauchs angestrebt werden. Von Beleuchtung über Präsentations-Hardware, bis zu Bühnentechnik sind die Einsparpotenziale manchmal enorm. Damit sorgt man nicht nur für mehr Nachhaltigkeit auf dem Event, sondern spart natürlich auch Energiekosten. Immer mehr Locations weisen ihre CO2-Bilanz aus – so lassen sich nachhaltige Locations schnell erkennen. Außerdem sollte man bei der Buchung des Veranstaltungsortes darauf achten, dass die Gäste bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können – und nicht einzeln mit dem Auto.

Faktor Mensch

Nachhaltigkeit bezieht sich nicht nur auf die Umwelt und den Energieverbrauch. Auch der Umgang mit Menschen spielt eine wichtige Rolle. Gerade in der Gastronomie kommt es immer wieder vor, dass beim Mindestlohn, der korrekten Anmeldung und Versicherung der Mitarbeiter, bei Arbeitsschutzbestimmungen oder beim Jungenschutz geschummelt wird. Als Auftraggeber sollte man hier seine Ansprüche und Vorstellungen deutlich machen und sich gegebenenfalls Nachweise zeigen lassen.

Umgang mit unverbrauchten Lebensmitteln

In Deutschland werden jedes Jahr zirka 30 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt. Vielleicht ist es im Rahmen einer Veranstaltung auch möglich, nicht benötigte Reste an entsprechende Hilfsorganisationen zu spenden. Allerdings müssen dabei verschiedenen Dinge beachtet werden. Lebensmittel, die auf einem offenen Selbstbedienungsbuffet lagen, dürfen aus hygienischen Gründen nicht mehr weitergegeben werden. Ebenfalls sind Kühlketten nicht zu unterbrechen, da sonst ein gesundheitliches Risiko entsteht. Grundsätzlich ausgeschlossen von der Weitergabe sind Lebensmittel, die rohes Fleisch, frische Eier oder rohen Fisch enthalten.

Idealerweise planen Organisatoren von Veranstaltungen bereits im Vorfeld, wie mit nicht verbrauchten Lebensmittel umgegangen wird. Hilfe bietet die Initiative „United against the Waste“ mit einer Reihe Ideen zum Food-Waste-Management und praxistauglichen Lösungen.

In größeren Städten gibt es Initiativen, Vereine und Unternehmen, die der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken. Am bekanntesten sind hier die Tafeln, die sich deutschlandweit etabliert haben. Konkrete Lösungen lassen sich auch mit der App „Too good to go“ umsetzen: Mit ihr können Veranstalter ihre Lebensmittelreste kurz vor Ende eines Kongresses für wenig Geld anbieten, Kunden reservieren die Lebensmittel und holen sie direkt vor Ort ab.

Wer sich zu weiteren Ideen inspirieren lassen und an praktischen Beispielen lernen möchte, kann sich auf der Plattform „Lebensmittelwertschätzen“ informieren. Hier sind spannende Positivbeispiele zum Thema Reduktion von Lebensmittelabfällen auch aus dem Catering aufgelistet.