Commerzbank ließ Unternehmerkunden befragen

Erste Corona-Konsequenzen für die Wirtschaft in der Region

Gut ein Drittel der Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet sind schon im Sommer 2020 von der Corona-Krise stark getroffen worden. Für 15 Prozent ist die Krise existenzbedrohend. Das sind weniger als im bundesweiten Durchschnitt. Dies geht aus eine Studie hervor, die die Commerzbank nach dem ersten Lockdown durchführen ließ.

Grafik: Commerzbank

Dafür wurden bundesweit 3.500 Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen Euro durch das Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragt, davon 100 im Rhein-Main-Gebiet.

Ein Drittel der Befragten im Rhein-Main-Gebiet hat staatliche Unterstützungsmaßnahmen in Anspruch genommen. 15 Prozent nutzten Zuschüsse der jeweiligen Landesförderbank. „In über zwei Dritteln der Fälle lag die Höhe der staatlichen Unterstützung bei unter10.000 Euro. Das heißt, dass insbesondere viele kleine Unternehmen betroffen sind“, erläutert Thorsten Schultz, Leiter Unternehmerkunden der Commerzbank Offenbach.

Hausbank unterstützt gut

Der jeweiligen Hausbank kommt laut der Studie in der Krise eine bedeutende Rolle zu. Ein Drittel der Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet fühlten sich gut über Fördermöglichkeiten beraten. 92 Prozent gaben an, dass ihnen ihre Bank in der Krise eine große Unterstützung gewesen sei. „In den vergangenen Monaten haben wir alles dafür getan, den Unternehmerkunden in unserer Region schnell und unbürokratisch zu helfen. So haben wir umfassend bei der Auswahl der richtigen Förderprogramme beraten und bei der Überbrückung kurzfristiger Liquiditätsengpässe unterstützt“, sagt Schultz. Insgesamt hat die Commerzbank seit Mitte März bundesweit ein Volumen von über zehn Milliarden Euro an Finanzierungen bereitgestellt, davon rund 143 Millionen Euro in der Niederlassung Darmstadt, zu der auch Offenbach gehört.

Die finanziellen Hilfen wirken sich positiv auf die Arbeitsplätze in der Region aus. „Über zwei Drittel der Unternehmen sind bisher ohne Personalmaßnahmen ausgekommen“, berichtet Schultz. Rund jedes fünfte hat das Instrument der Kurzarbeit zur Krisenbewältigung genutzt. Kündigen mussten bis Herbst 2020 nur sechs Prozent der Befragten. Immer mehr Arbeitgeber erlauben Flexibilität beim Arbeitsort: In gut der Hälfte der Betriebe arbeiten Mitarbeiter inzwischen mobil. Fünf Prozent von ihnen sind dazu wegen Corona übergegangen.

Digitalisierungsschub, Solidarität und Teamgeist

Viele Unternehmen haben ihr Geschäftsmodell in der Krise angepasst. Jedes vierte reduzierte dabei Kosten. 28 Prozent der Unternehmer erweiterten ihr Produkt- und Dienstleistungsangebot. Jeder Fünfte nutzt inzwischen verstärkt digitale Vertriebswege. 41 Prozent der Firmen im Rhein-Main-Gebiet wollen die Digitalisierung ihres Unternehmens vorantreiben. Positiv: Rund ein Drittel der Unternehmer verzeichnet mehr Solidarität und Teamgeist unter seinen Mitarbeitern.

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