Reingeschaut bei … Stenger Garten- und Landschaftsservice GmbH

Erfolgreich in bewegten Zeiten

An der Hanauer Straße in Offenbach-Bürgel, kurz bevor die Felder beginnen, erstreckt sich das Gelände der Stenger Garten- und Landschaftsservice GmbH mit Verwaltungsgebäude, Lager, Fuhrpark und eigener Kompostanlage über eine Fläche von 20.000 Quadratmetern. Sven Stenger führt das Familienunternehmen in der dritten Generation. Er ist verantwortlich für den operativen Bereich. Sein Vater Ulrich steht ihm beratend zur Seite.

Ulrich und Sven Stenger (r.) haben die Zukunftsfähigkeit ihres 1948 gegründeten Landschafts- und Gartenbaubetriebs klar im Blick. Foto: Arens-Dürr/IHK

Die Geschäfte gehen gut. „Wir profitieren vom Bauboom in der Region“, berichtet der 41-Jährige, der Landschaftsgärtner sowie Meister im Garten- und Landschaftsbau ist und einen Abschluss als Betriebswirt hat. Die Mitarbeiter seines 40-köpfigen Teams gestalten, pflanzen und pflegen Außenanlagen. In einem Umkreis von 50 Kilometern sind sie im Einsatz, „von Wiesbaden bis nach Darmstadt und Aschaffenburg, in der ganzen Rhein-Main-Region“, sagt Sven Stenger.

Die Aufträge sind sehr unterschiedlich: „Wir haben drei Schwerpunkte: Zum einen planen und realisieren wir private Gärten und Außenanlagen. Damit sind wir seit der Gründung erfolgreich und haben einen umfangreichen Kundenstamm. Zum anderen übernehmen wir diese Aufgaben an Projekten von Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaften. Unser dritter Schwerpunkt ist die Pflege von privaten und öffentlichen Außenanlagen.“ Je nach Art und Umfang des Auftrags werden Planer oder Landschaftsarchitekten eingebunden.

„In Offenbach haben wir den Park im Senefelder-Quartier angelegt. In Heusenstamm sind wir zuständig für die Grünanlagen der Stadt und haben die Gebäudefassade des Unternehmens Herth und Buss begrünt“, nennt er einige Beispiele. Stengers Mitarbeiter halten auch die Pflanzen auf Verkehrsinseln in Schuss, erledigen Gehölz- und Wiesenschnitt. Daneben gehören Winterdienste wie Schnee- und Eisräumung zum Portfolio.

Ein moderner Maschinen- und Fuhrpark steht dem Unternehmen zur Verfügung. Die Umstellung von motorbetriebenen Maschinen auf Akku-Geräte wird aktuell umgesetzt. Was Baumaterial angeht, setzt die Stenger Garten- und Landschaftsservice GmbH auf Baustoffhändler in der Region.

Klima, Kunden und Konkurrenz

Der Klimawandel wird für das Unternehmen immer stärker zur Herausforderung: „Bei Hitze müssen wir darauf achten, dass unsere Mitarbeiter ausreichenden Sonnenschutz haben. Dank flexibler Arbeitszeiten kommen sie dann zum Einsatz, wenn die Temperaturen einigermaßen erträglich sind. Außerdem ändert sich die Auswahl an Pflanzen, die wir verwenden können. Jetzt sind mehr Gewächse gefragt, die Hitze und Trockenheit standhalten“, erklärt er. So wachsen in öffentlichen Parks inzwischen oft Präriestauden.

Darüber hinaus gilt es, Kundenwünsche zu erfüllen. Dabei spielen Trends eine Rolle. „Im Augenblick ist zum Beispiel Cortenstahl sehr gefragt. Das ist ein wetterfestes Material mit einer rostroten Oberfläche“, berichtet der Experte.

Und schließlich ist das Unternehmen mit einem veränderten Wettbewerb konfrontiert. „Wir konkurrieren heute auch mit Gebäudereinigern und Kommunen, deren Gesellschaften vergleichbare Services wie wir anbieten. Die städtischen Dienstleister tragen aber kein unternehmerisches Risiko. Sie finanzieren sich ja zum großen Teil durch Steuergelder“, merkt er an. In diesem Wettbewerb geht es nicht nur um Kunden, sondern auch um Fachkräfte.

Nach wie vor setzt das Unternehmen auf die Ausbildung, um eigene Fachkräfte zu qualifizieren. Zwei bis drei Ausbildungsplätze stellt es pro Lehrjahr zur Verfügung. Dass die jungen Menschen bei Stenger einen sehr guten Einstieg ins Berufsleben bekommen, zeigt die Auszeichnung durch den Bundespräsidenten. Er hat der Stenger Garten- und Landschaftsservice GmbH das Prädikat „hervorragende Ausbildungsstätte“ verliehen.

Geglückte Übergabe

Für Sven Stenger war klar, nach Ausbildung und Studium das Unternehmen weiterzuführen. „Mit meinem Vater war es meistens ein harmonisches Miteinander. Ich bin seit 2014 Geschäftsführer – der fließende Übergang ist gelungen. Mein Vater hat sich inzwischen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen und berät mich. Er ist noch als Öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger tätig und geht seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten nach. Gemeinsam stellen wir uns den zukünftigen Herausforderungen und sehen die Chancen für unser Unternehmen.“

www.stenger-gala.de

Autorin:

Birgit Arens-Dürr
Telefon (069) 8207-248
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