IHK-Expertenrat diskutierte bei Herth + Buss

Entwicklungen in China im Auge behalten

„Chinas Zukunftsstrategien – Was bedeuten sie für Europa?“ fragte der IHK-Expertenrat Internationale Märkte im Juni 2018 bei seinem Treffen in den Räumen der Herth + Buss Fahrzeugteile GmbH & Co. KG in Heusenstamm.

Der IHK-Expertenrat Internationale Märkte traf sich im Juni bei Herth + Buss in Heusenstamm. Der Geschäftsführende Gesellschafter Holger Drewing informierte zur Bedeutung des Asiengeschäfts für den Hersteller von Fahrzeugteilen. Foto: Herth + Buss

Jeden Monat liefern wir 100.000 Ölfilter und über 50.000 Bremsscheiben nur für asiatische Fahrzeugmodelle“, sprach Holger Drewing, Geschäftsführender Gesellschafter bei Herth + Buss, die Bedeutung des Asien-Geschäfts an. Rund 30 Prozent des Handels zwischen der EU und China finden mit Deutschland statt.

Das Reich der Mitte ist zum zweiten Mal in Folge wichtigster Handelspartner Deutschlands, und zwar mit einem Handelsvolumen auf Rekordniveau.

Schlüsselrolle angestrebt

„China zielt mit seinen großen Strategien wie ‚Made in China 2025‘ und der neuen Seidenstraße darauf ab, eine technologische Schlüsselrolle im internationalen Wettbewerb einzunehmen“, erklärte Referentin Henriette Wildnitz vom Deutschlandbüro der Auslandshandelskammern in Greater China.

Regionale Besonderheiten seien eine wachsende Mittelschicht mit steigender Kaufkraft, ein hoher Grad an Urbanisierung, eine ausgeprägte Offenheit für Neues und eine hohe Technikaffinität.
Die Markenloyalität sei gering ausgeprägt. Vertraut werde Empfehlungen. Viele Chinesen seien ständig online, beschrieb Wildnitz das Verhalten. Das Land setze schon heute Zukunftstrends. E-Commerce dominiere den Markt und eine digitale Marktpräsenz sei auch für deutsche Firmen unverzichtbar. Zu den größten Herausforderungen gehörten neben Personalrekrutierung und chinesischen Wettbewerbern die fehlende Transparenz in Verwaltung und Ausschreibungen sowie Internetbeschränkungen. Mit dem 2017 in Kraft getretenen Cybersicherheitsgesetz beispielsweise fürchten Unternehmen massive Einschränkungen. Es räumt den staatlichen Behörden weitreichende Kontroll- und Eingriffsrechte über das Internet ein. Die Auswirkungen sind unklar.

Experten für internationale Märkte

Es war ein Wunsch der ehrenamtlichen Mitglieder des IHK-Expertenrats Internationale Märkte, die Entwicklungen in China in den Fokus des Treffens zu nehmen.

Der IHK-Expertenratsvorsitzende Jürgen Hagenlocher, Geschäftsführer der Videor E. Hartig GmbH in Rödermark, sagte: „Für unsere Geschäftspraxis ist die internationale Handelspolitik von großer Bedeutung, etwa auch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Korea. Mir gefällt am Expertenrat, dass wir selbst festlegen, mit welchen Themen wir uns befassen. So wirken wir an der politischen Arbeit der IHK mit.“ Für das Gremium steht fest, dass deutsche Firmen den chinesischen Markt im Blick behalten sollten. Es gibt Hürden, doch der Handel mit Asien wächst. Das Land ist neben den USA der wichtigste Importeur für Hessen. Auch die Exportzahlen steigen.

IHK-Expertenrat Internationale Märkte

Die IHK-Vollversammlung beruft zur Beratung und Unterstützung für relevante Themen Expertenräte ein. Diese Arbeitsgremien gestalten aktiv die strategische Ausrichtung der IHK. Durch ihre Mitsprache wirken sie an der politischen Arbeit der IHK mit. Die Mitglieder des IHK-Expertenrats Internationale Märkte bringen im kleinen Kreis ihr Know-how ein. Ihre Themen lauten:

  • Internationale Handelspolitik
  • Bilaterale Handelsabkommen der EU mit ausgewählten Ländern und Konsequenzen für die deutsche Exportwirtschaft
  • Außenwirtschaftsförderung
Kontakt:

Milena Keuerleber
Telefon (069) 8207-254
www.ihkof.de/expertenraete
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