Corona beeinflusst Unternehmen kaum

Energie und Klima bleiben relevant

Viele hessische Unternehmen investieren trotz Corona weiter in Energiewende und Klimaschutz. 61 Prozent der Betriebe engagieren sich nach wie vor entsprechend. Ein Drittel will später investieren. Das geht aus dem IHK-Energiewende-Barometer des Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK) hervor.

An der Befragung im Herbst 2020 beteiligten sich 293 Betriebe aus den Branchen Industrie, Bauwirtschaft, Handel und Dienstleistungen.

Besonders viele der befragten Unternehmen steigern ihre Energieeffizienz, beziehen Ökostrom oder schaffen Elektrofahrzeuge und eine entsprechende Ladeinfrastruktur an. Fast jeder zweite Betrieb hat bereits eine eigene erneuerbare Energieversorgung aufgebaut oder plant dies.

„Die hessische Wirtschaft gestaltet die Energiewende mit und leistet ihren Beitrag zum Klimaschutz. Viele Unternehmen investieren in neue Technik und veränderte Prozesse oder sie qualifizieren ihre Mitarbeiter. Es zeigt sich: Technologie und Innovation sind die zentralen Stellschrauben, nicht Regulierung und Verbote. Die Energiewende kann letztlich nur ein Erfolg werden, wenn wir die Leistungsfähigkeit der hessischen Betriebe nutzen und unterstützen“, erklärt HIHK-Geschäftsführer Robert Lippmann.

70 Prozent der Befragten wünschen sich zur Umsetzung der Energiewende schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Rund 60 Prozent fordern mehr politische Unterstützung für den Ausbau der Stromnetze und der erneuerbaren Energien.

„Die Wirtschaft sendet aber auch klare Warnsignale: Jedes fünfte befragte Unternehmen meldet, dass sich die Energiewende negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt. In Verbindung mit den Konsequenzen aus der Corona-Pandemie sollte die Politik daher Abstand von weiteren Belastungen der Wirtschaft nehmen, auch im Umweltbereich“, sagt Lippmann weiter.

Seit Jahresbeginn gilt in Deutschland der nationale Emissionshandel zur CO2-Bepreisung von Brenn- und Kraftstoffen. Die Hälfte der Unternehmen hält dies für ein geeignetes Klimaschutz-Instrument. Gleichzeitig kann sie laut HIHK zu Nachteilen im europäischen und internationalen Wettbewerb führen. So sehen sich 40 Prozent der oftmals energieintensiven hessischen Industrieunternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit gefährdet.

„Die Politik sieht vor, einen Teil der Einnahmen aus der CO2-Bepreisung zur Finanzierung der EEG-Umlage zu nutzen. Damit sollen die Unternehmen beim Strompreis entlastet werden. Diese Kompensation steht allerdings in keinem Verhältnis zu den höheren Kosten für Diesel und Erdgas. Mit steigenden CO2-Fixpreisen und dem Übergang zum Handelssystem wird eine mangelnde Kompensation zum echten Problem. Daher erwarten wir hier Nachbesserungen vom Gesetzgeber“, fordert Lippmann.

www.hihk.de