Die Krise gemeinsam bewältigen

Eine sehr spezielle Erfahrung für junge Unternehmer

Die Corona-Krise trifft alle Branchen und bringt Unsicherheit und Chaos. Auch Offenbachs junge Wirtschaft bleibt nicht verschont.

Corona bewegt die Wirtschaftjunioren. Es berichten: Jennifer Gehrke (l.), Landesvorsitzende der WJ Hessen 2020, Sven Franzen (M.), Wirtschaftsjunior, Mitglied der Vollversammlung der IHK Offenbach am Main und Unternehmer aus Offenbach sowie Larissa Steinmüller (r.), Präsidentin der WJ Offenbach und Mitglied der Geschäftsführung der Schoder GmbH in Langen. Foto: WJ

Allerdings berichten die Wirtschaftsjunioren Offenbach (WJ) von unterschiedlichen Auswirkungen. Während sich einige vor Aufträgen kaum retten können, müssen andere ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken und ums Überleben kämpfen. Besonders schwierig ist es für diejenigen, die sich noch nicht auf Online-Business eingestellt hatten und jetzt kreativ werden müssen. Die Consulting-Branche leidet besonders. Auch wenn Beratung online erfolgen kann, wird diese Dienstleistung derzeit als Luxus betrachtet. Steuer- und Finanzberater haben dagegen einen extrem starken Zulauf.
Insbesondere für Arbeitgeber sind die aktuellen Herausforderungen groß. Auch wenn die Einrichtung der Homeoffice-Plätze schnell und einfach war, gilt es jetzt, die Mitarbeiter aus der Ferne zu führen. Gleichzeitig steht die Beantragung von Corona-Hilfen, Kurzarbeit und Sofortkrediten an. Und wer noch Kapazität hat, versucht kreativ zu sein, um sein aktuelles Geschäftskonzept zu überdenken.

Die sogenannte Soforthilfe für Unternehmen wird von vielen als unfair empfunden, denn die bekommen nur diejenigen Selbstständigen und Unternehmer, die akut in finanzieller Notlage sind. Das bedeutet für alle, die gut gewirtschaftet haben: Sie müssen ihr über Jahre erarbeitetes Polster zuerst aufbrauchen, um in wirtschaftliche Not zu geraten. Erst dann können sie eventuell die Soforthilfe in Anspruch nehmen. Sven Franzen, Geschäftsführer der Tiger Marketing Group GmbH, aktiver Wirtschaftsjunior und Mitglied der Vollversammlung der IHK Offenbach am Main, klagt darüber, dass sämtliche Personalausgaben bei der Berechnung des Liquiditätsengpasses außen vor bleiben müssen: „Das Soforthilfeprogramm ist aus meiner Sicht eine Mogelpackung. In meiner Branche sind die Gehälter die wichtigsten Ausgabepositionen. Wenn wir für diese keine Unterstützung erhalten, wird uns die versprochene Soforthilfe nicht helfen. Zudem braucht es auch über die drei Monate der Soforthilfe hinaus ein Perspektive für die Unternehmen.“

Dennoch ist er zuversichtlich: „Diese Zeiten sehe ich als große Chance für uns alle. Deutschland wird sich verändern: Digitalisierung und Homeoffice haben in zwei Wochen Einzug gehalten, neue Googles der neuen Welt von morgen mit innovativen Ideen und Geschäftsmodellen werden geboren – hoffentlich auch deutsche! Wir sehen derzeit, wie Kunden unsere digitalen Marketing-Mentoring-Programme stark nutzen, um sich für die Zeit nach Corona zu wappnen und sich von Experten begleiten zu lassen. Denn eins ist sicher: Stillstand und Kopf in den Sand stecken ist keine Alternative.”
Die derzeitige WJ-Landesvorsitzende Jennifer Gehrke appelliert, sich gegenseitig zu unterstützen: „In schwierigen Zeiten zeigt sich umso mehr, dass es wichtig ist, sich mit Menschen zu vernetzen, die sich mit ähnlichen Themen und Problemen beschäftigen. Die WJ stellen für junge Unternehmer ein belastbares Netzwerk dar, in dem sie Hilfe erhalten und Antworten bekommen – niemand ist in dieser Situation alleine.“

Larissa Steinmüller, die amtierende WJ-Präsidentin in Offenbach, berichtet, wie die Zusammenarbeit derzeit weitergeht: „Trotz der Corona-Krise blicken die Wirtschaftsjunioren nach vorn. Wir unterstützen, wo es nötig ist, sei es mit Tipps für Arbeitgeber oder als Einkaufshilfe für Risikogruppen. Wir entwickeln neue Formate und treffen uns virtuell. Das kommt besser an als gedacht. In solchen Zeiten sieht man, wie wichtig es ist, ein starkes Netzwerk hinter sich zu wissen. Wir freuen uns auf Neuzuwachs und heißen junge Fach- und Führungskräfte, Selbstständige und die, die es werden möchten, willkommen.“

Im Augenblick tauschen sich die Wirtschaftsjunioren Offenbach regelmäßig in Video-konferenzen (Zoom-Calls) aus und stehen einander mit Rat und Tat zur Seite. Jeder, der teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen.

www.wj-offenbach.de