Bilanz nach einem Jahr EQ & Sprache für Flüchtlinge

Eine Brücke in den Beruf

Im September 2017 startete die IHK Offenbach am Main das zwölfmonatige Pilotprojekt EQ & Sprache, um geflüchtete Menschen auf eine duale Ausbildung vorzubereiten. Ein Jahr später spricht der Erfolg für sich: Die ersten zwölf Teilnehmer haben ihre Ausbildungsverträge unterschrieben. Es geht weiter mit EQ & Sprache.

Der in Afghanistan geborene Alireza Saeidi (r.) hat ein Jahr EQ & Sprache absolviert und ist nun Auszubildender zum Graveur bei der Schoder GmbH in Langen. Abteilungsleiter Stefan Schmidt (l.) hat beobachtet, wie gut sich der heute 18-Jährige im Rahmen des Projekts entwickelt hat. Foto: Arens-Dürr/IHK

Die Einstiegsqualifizierung – kurz EQ – wurde als Weg ins Berufsleben für junge Menschen konzipiert, die noch nicht in vollem Umfang für eine Ausbildung geeignet sind. In einem Langzeitpraktikum im Betrieb werden die Jugendlichen fit gemacht, damit sie später problemlos in eine Ausbildung übergehen können. In ihrem Pilotprojekt EQ & Sprache für Flüchtlinge kombiniert die IHK Offenbach am Main die EQ mit Deutsch- und Mathematikunterricht sowie mit EDV-Kursen.

IHK-Referentin Jana Maria Kühnl, die das Projekt leitet, resümiert: „Die Sprache ist der Schlüssel und die Schwierigkeit. Da haben wir selbst Erfahrungen gesammelt. Um vielen Interessenten die Teilnahme zu ermöglichen, haben wir akzeptiert, dass das Sprachniveau in den Kursen nicht ganz einheitlich war.

Das war nicht immer einfach, aber wir haben es geschafft, die Flüchtlinge innerhalb von einem Jahr perfekt auf die Ausbildung vorzubereiten.“ Schließlich seien gute Deutschkenntnisse auch die Voraussetzung, um eine Ausbildung erfolgreich zu absolvieren. Und weitere Hürden seien überwunden worden. Kühnl präzisiert: „Wie alle Auszubildenden müssen die EQ & Sprache-Teilnehmer die jeweilige Fachsprache erwerben und lernen, sich auf Prüfungen vorzubereiten. Sie müssen aber auch mit der deutschen Arbeitskultur vertraut werden und sind zusätzlich mit organisatorischen und bürokratischen Herausforderungen konfrontiert, zum Beispiel im Zusammenhang mit Mobilität, Wohnraum oder Fördermöglichkeiten.“

Sie berichtet: „Wir sind 2017 mit 17 Teilnehmern gestartet. Vor allem in der Anfangsphase gab es einige Abbrüche. Ich denke, dies ist zum größten Teil auf falsche Vorstellungen von den Berufen zurückzuführen. Aber wir können mit Stolz sagen, dass zwölf Teilnehmer im August 2018 in eine Ausbildung übernommen wurden.

Eine solche Quote ist in diesem Bereich extrem gut“, findet sie und erklärt den Erfolg mit dem geeigneten Konzept, aber auch mit der gelungenen Zusammenarbeit der IHK Offenbach am Main mit dem Bildungsträger Starthaus, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter und ganz besonders mit den ausbildenden Unternehmen, die die IHK-Referentin weiter begleiten wird.

Mit Blick auf die Zukunft sagt sie: „Jetzt geht es darum zu schauen, wo noch Förderung und Unterstützung gebraucht werden und wie sie gewährleistet werden können. Eine neue Auflage für EQ & Sprache ist für das nächste Jahr geplant.“

Ausbildungsabbrüche von Geflüchteten vermeiden

Die IHK Offenbach am Main und das Netzwerk „Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ laden Unternehmen dazu ein, die Herausforderungen bei der Ausbildung von geflüchteten Menschen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und mit Experten Lösungsansätze für die Umsetzung im Betrieb zu erarbeiten.

Termin: Mittwoch, 19. September 2018, 13:30 Uhr bis ca. 17:00 Uhr

Ort: IHK Offenbach, Frankfurter Straße 90, 63067 Offenbach am Main

Die Teilnahme ist kostenfrei. Insgesamt stehen 30 Plätze zur Verfügung.

Kontakt:

Jana Maria Kühnl
Telefon (069) 8207-341
kuehnl@offenbach.ihk.de
www.ihkof.de/eq_sprache