Dynamischer Markt vor der Haustür

Ein Blick auf die Europakarte genügt, um die Bedeutung der Tschechischen Republik für die Logistikbranche zu erkennen: Im Herzen des Kontinents kreuzen sich Verkehrsströme aus allen Himmelsrichtungen. Hinzu kommt eine äußerst leistungsfähige verarbeitende Industrie, die immer mehr Bedarf an Transport- und Umschlagkapazitäten erzeugt.

Blick auf Prag. Die Logistikbranche ist einer der dynamischsten Wirtschaftszweige Tschechiens. Das bestehende Straßen- und Schienennetz stößt allerdings an seine Grenzen. Foto: Fotolia

Der Logistiksektor hat sich deshalb zu einem der wichtigsten und dynamischsten Wirtschaftszweige Tschechiens entwickelt. Deutsche Unternehmen haben den Standortvorteil längst erkannt und zwischen Pilsen und Ostrava massiv investiert. Sie lagern und kommissionieren Waren aller Art, schlagen sie in modernen Terminals um und übernehmen den Transport bis zum Endkunden.

Insgesamt erreichen die Umsätze der tschechischen Transport- und Lagerwirtschaft pro Jahr über 20 Milliarden Euro. Laut Weltbank belegt das Land den Spitzenplatz in Mittelosteuropa. Besonders gute Noten bekommt es für grenzüberschreitende Transporte und bei der Sendungsverfolgung. Anlass für Kritik bietet der zögerliche Ausbau der Infrastruktur. Das bestehende Straßen- und Schienennetz stößt allmählich an seine Grenzen und muss immer mehr Gütermengen aufnehmen.

Allein zwischen 2013 und 2015 hat sich die transportierte Warenmenge in Tschechien um fast 100 Millionen Tonnen vergrößert. Im gleichen Zeitraum wurde das Autobahnnetz kaum ausgebaut. Wichtige regionale Zentren wie Ceské Budejovice in Südböhmen oder der viel- besuchte Kurort Karlovy Vary sind von Prag aus immer noch nicht per durchgehender Autobahn erreichbar. An der meistbefahrenen Verkehrsader D1 zwischen der Hauptstadt und Brno laufen mehrjährige Sanierungsarbeiten, ohne dass Alternativstrecken für den Lkw-Verkehr zur Verfügung stünden.

Dabei entwickelt sich die Wirtschaft weiter sehr dynamisch, für das Bruttoinlandsprodukt werden in den kommenden Jahren Wachstumsraten von rund drei Prozent erwartet. Das befeuert den Bedarf an Logistikdienstleistungen. Derzeit sind etwa 300.000 Quadratmeter Logistik- und Industrieflächen in Bau. Zu den Haupttreibern zählen weiterhin die Automobilindustrie samt Zulieferern sowie der stark steigende Onlinehandel. Der Umsatz der Internethändler wird 2016 voraussichtlich um ein Fünftel auf umgerechnet rund 3,7 Milliarden Euro steigen.

Broschüre gibt Überblick

Das starke Wachstum der Branche eröffnet deutschen Unternehmen viel Raum für neue Geschäftsideen im Nachbarland. Gemeinsam haben die Germany Trade & Invest – Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing mbH (GTAI) sowie die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer (AHK Tschechien) eine kompakte Marktanalyse zum Transport- und Logistiksektor erstellt. Die Broschüre gibt einen Überblick zu den wichtigsten Logistikzentren, zu Investitionsprojekten, Dienstleistern sowie Lieferbedingungen und Mautgebühren. Ganz praktische Einblicke in das Geschäftsleben vermitteln Interviews mit Geschäftsführern deutscher Logistikunternehmen vor Ort.

Die Marktanalyse steht im Internet zum Download bereit unter:

www.tschechien.ahk.de.

Autor:

Gerit Schulze
Germany Trade & Invest GmbH

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