Dienstfahrzeuge: Lohnt sich die Umstellung auf E-Mobilität?

Experten glauben: langfristig schon. Vorher sollte allerdings eine genaue Bedarfsanalyse durchgeführt werden.

Den Fuhrpark auf E-Mobilität umstellen? In vielen Unternehmen wird diese Frage zurzeit intensiv diskutiert. Um herauszufinden, ob sich das im Einzelfall wirklich lohnt, können folgende Überlegungen helfen:

„In einem ersten Schritt muss man grundlegende Daten erheben, etwa den Standort der Fahrzeuge, Nutzungszeiten und die Länge der täglichen Strecken“, erklärt Claudia Heinrich, Fuhrparkleiterin des Energieversorgers N-Ergie, in einem Bericht über Erfahrungen in ihrem eigenen Unternehmen. Um die Daten optimal verarbeiten zu können, empfiehlt sie die Verwendung digitaler Fahrtenbücher. Ein Richtwert: Kann die Reichweite eines E-Autos 90 Prozent der benötigten Strecken abdecken, sei ein Tausch empfehlenswert. Für die restlichen zehn Prozent müssen weiterhin Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bereitstehen. Eingebunden werden sollten diese Untersuchungen in eine weitreichende Analyse des Fuhrparks – auch zum Beispiel unter dem Gesichtspunkt, ob sich bestimmte Dienstfahrten durch die Nutzung moderner Kommunikationsmittel wie Videokonferenzen oder Ähnlichem nicht ganz vermeiden lassen. Als weitere Kriterien nennen Experten beispielsweise die Frage, ob mit dem Fahrzeug stets dieselben Wege zurückgelegt werden oder ob sich die Strecken auf nicht vorhersehbare Weise immer wieder ändern. Auch der Aspekt des möglichen Transports von Waren oder schwerem Werkzeug spielt eine Rolle.

Langfristig machen sich E-Fahrzeuge laut einer Untersuchung des Freiburger Öko-Instituts wegen ihrer niedrigeren Betriebskosten bezahlt (einen Kostenrechner für gewerblich genutzte E-Fahrzeuge finden Sie unter emob-kostenrechner.oeko.de). Das gilt vor allem für Wagen, die auf Kurzstrecken oder innerstädtisch unterwegs sind. Und: Je höher die Benzinpreise steigen, umso deutlicher fällt die Ersparnis aus.

Hinzu kommen neben der Förderung von bis zu 4.000 Euro beim Kauf oder Leasing eines reinen E-Autos (3.000 Euro bei Hybridfahrzeugen) aktuelle Steuererleichterungen, die Anfang des Jahres in Kraft getreten sind. Der geldwerte Vorteil, der für die private Nutzung eines E-Dienstwagens zusätzlich zum Gehalt versteuert werden muss, liegt nicht mehr bei einem Prozent des Bruttolistenpreises, sondern nur noch bei 0,5 Prozent, hat sich also halbiert. Die Erleichterung gilt für E- und für Hybridfahrzeuge, die ab 2019 bis zum Jahr 2021 angeschafft werden. Eine Umstellung kann sich also lohnen – sorgfältige Analyse vorausgesetzt.