Traditionsmesse in Zeiten des Wandels

Die Branche muss sich neu erfinden

Vom 16. bis 18. Februar 2019 traf sich die Lederwarenbranche zur Internationalen Lederwarenmesse (ILM) Winter Styles in der Messe Offenbach. Es ging um die Trends für den kommenden Winter, aber auch um Strategien, mit denen sich Hersteller und Händler erfolgreich am Markt behaupten können.

Trends erkennen, Gespräche führen, Waren ordern – drei Tage lang bot die ILM der Branche eine Plattform für die Zukunftsplanung. Foto: Jessica Schäfer

Für die Messe Offenbach ist 2019 ein Jahr der Jubiläen: Vor 70 Jahren fand die erste Ausstellung „Lederwarenindustrie und Marshallplan“ in Offenbach statt. Die diesjährige ILM Winter Styles ist Nummer 150. „Jede Ecke ist ausgebucht. Es gibt jetzt auch kleine Stände auf den Fluren“, erklärte Messe-Geschäftsführer Arnd Hinrich Kappe vor der Eröffnung. Die ILM habe sich im Taschen- und Reisegepäck-Segment zur wichtigsten Messe weltweit entwickelt. 56 Prozent der insgesamt 300 Aussteller kamen aus dem Ausland.

Wie die Messeleitung sehen auch die beiden maßgeblichen Verbände die Branche weiter gut aufgestellt, aber in Bewegung. Manfred Junkert, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwaren-Industrie in Berlin und Offenbach, berichtete von „abgeschwächtem Wachstum“. Hauptursache dafür sei der Strukturwandel im Einzelhandel. Darüber hinaus fänden die Hersteller immer schwieriger qualifiziertes Personal. Gerade um die Digitalisierung voranzubringen, fehlten geeignete Mitarbeiter.

Laut Axel Augustin vom BLE Handelsverband Lederwaren in Köln war das Jahr 2018 für den Einzelhandel mit Lederwaren „halbwegs zufriedenstellend“. Sorgen bereite auch hier der Fachkräftemangel. Außerdem nehme die Entwicklung der Innenstädte großen Einfluss. Die Zentren brauchten Händler mit Magnetfunktion. Er wendet sich gegen Fahrverbote und fordert stattdessen: „Man muss den Kunden Hürden nehmen.“ Was den Online-Handel angeht, hätten Einzelhändler allenfalls mit Eigenmarken Aussichten auf Erfolg. „Im Wettbewerb mit den großen Plattform-Betreibern haben sie sonst keine Chance“, ist er überzeugt. Der Messe-Geschäftsführer bringt die derzeitige Situation auf den Punkt: „Die Branche muss sich neu erfinden!“ Die ILM biete den Rahmen für die notwendigen strategischen Gespräche.

Für ihn steht fest: „Wir bleiben uns treu, auch nach 70 Jahren. Die ILM ist weiter eine Arbeitsmesse. Im Rahmenprogramm setzen wir auf zusätzliche Vortragsreihen. Aussteller und Fachbesucher sollen noch enger und besser zusammentreffen.“

www.messe-offenbach.de