Datenschutz nicht auf die leichte Schulter nehmen

Aus der europäischen DSGVO ergeben sich auch für Werbung und Marketing weitreichende Konsequenzen.

Seit dem vergangenen Jahr gilt die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), doch in Bezug auf Werbung und Marketing wurde sie von manchen Unternehmen noch immer nicht oder nicht ausreichend umgesetzt. Im ungünstigsten Fall verzichten Betriebe lieber ganz auf Maßnahmen, solange nicht hundertprozentig klar ist, ob diese der DSGVO entsprechen.

Das betrifft in vielen Fällen zum Beispiel den Bereich der personenbezogenen Verarbeitung von Daten, etwa zum Zwecke der Analyse von Kundenverhalten. Hier muss in jedem Fall sichergestellt sein, dass solche Verarbeitungen nur mit einer vorherigen, „informierten“ Einwilligung des Kunden ausgeführt werden. „Informiert bedeutet in diesem Zusammenhang vor allem, dass der Werbetreibende vorab seinen Informationspflichten umfassend nachgekommen sein muss, zum Beispiel im Rahmen einer Datenschutz-Erklärung“, erläutert die Rechtsanwältin und Datenschutzexpertin Dr. Beate Schlieker.

Solche Einwilligungen waren auch nach altem Recht schon notwendig. „Die Voraussetzungen, dass eine erteilte Einwilligung auch tatsächlich wirksam ist, wurden jedoch durch die DSGVO erhöht“, so die Juristin. Zum Beispiel müsse der Einwilligende konkret erkennen können, zu welchem Zweck welche Daten von wem verarbeitet werden. „Vorsorgliche“ Einwilligungen ohne Zweckangabe seien daher nicht zulässig. Dr. Beate Schlieker: „Unternehmen sollten deshalb die eigenen Datensätze kritisch daraufhin prüfen, ob eine ausreichende Einwilligung eingeholt worden ist.“

Ein weiterer Punkt betrifft den Bereich des E-Mail-Marketings. Die Expertin Kathrin Strauß empfiehlt in diesem Zusammenhang auf der Plattform „datenschutzexperte.de“ ein sogenanntes Double-Opt-in-Verfahren. Das bedeute: „Potenziellen Kunden dürfen nur Newsletter geschickt werden, wenn diese sich zuvor angemeldet und anschließend in einer darauffolgenden Bestätigungsmail den darin enthaltenen Link für den Erhalt des Newsletters als Zustimmung getätigt haben.“

Newsletter selbst, aber auch andere Abo-Mails müssen ein vollständiges Impressum beinhalten und die Möglichkeit zur Abmeldung bieten, sei es über einen Link oder unter Angabe von Kontaktdaten zur Abmeldung. Grundsätzlicher Tipp: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Unternehmen, die dies nicht bereits getan haben, einen Datenschutzexperten zur Überprüfung ihrer Werbe- und Marketingmaßnahmen zu Rate ziehen.