Seligenstadt und der Musik eng verbunden

Damit’s gut klingt

Klarinette, Saxofon und Co. spielen im Berufs- wie im Privatleben von Norbert Zabolitzki eine zentrale Rolle. Er hat gelernt, die Instrumente zu bauen, handelt mit ihnen und repariert sie. Außerdem ist er selbst Musiker und aktiv in der Stadtkapelle Seligenstadt, deren Vorsitzender er mehr als zehn Jahre war.

Norbert Zabolitzki ist ein Seligenstädter Urgestein und Experte für Holzblasinstrumente.

Foto: Arens-Dürr/IHK

In der Kaiser-Karl-Straße fährt man nur in eine Richtung und es geht ruhig zu. Etwas nach hinten versetzt liegt Zabos Werkstatt. Zufällig dürfte sie kaum jemand finden. Das ist auch nicht Norbert Zabolitzkis Ziel. Er spricht mit seinem Spezialgebiet eine ganz bestimmte Klientel an. Seit 1989 wartet und verkauft der Meister für Holzblasinstrumente unter anderem Saxofone, Klarinetten und Flöten. Ob Einsteiger, Hobby- oder Profimusiker – Zabolitzki berät und trägt Sorge fürs Instrument. Fachleute seiner Zunft sind selten geworden und gefragt. Instrumentenbesitzer, die seinen Fähigkeiten vertrauen, reisen aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet und durchaus auch aus Heidelberg an.

„Ich bin froh, dass trotz der Pandemie noch musiziert wird, aber das Geschäft hat sich verändert“, berichtet er. „Der Verkauf ist praktisch zum Erliegen gekommen. Probespielen ist wegen der Hygienebestimmungen nicht vorstellbar.“ Derzeit sichern ihm Wartungen und Reparaturen den Lebensunterhalt. „Viele lassen jetzt ihre Instrumente auf Vordermann bringen, und jede Reparatur ist anders. Für eine
50 Jahre alte Klarinette gibt es keine Ersatzteile mehr“, sagt der Instrumentenbauer. Was fehlt, fertigt er in seiner Werkstatt an.

Sein Handwerk hat Zabolitzki in Gelnhausen gelernt, später in Nauheim und Ludwigsburg verfeinert. Aber Seligenstadt ist immer sein Lebensmittelpunkt geblieben. „Ich bin ein Ur-Seligenstädter“, erklärt er. Das pittoreske Städtchen könne vielleicht besser an den öffentlichen Personennahverkehr angeschlossen sein. Es sei aber nicht nur lebenswert, sondern biete einen echten Standortvorteil: „Kunden kommen hier an, fragen nach dem Kloster und dem Eiscafé. Ich markiere es ihnen auf einem Stadtplan vom Abreißblock. Nach ein paar Stunden sind sie begeistert und mit vollgepackten Einkaufstaschen wieder hier, um ihr Instrument abzuholen.“

www.zabos-werkstatt.de