Wie Unternehmen sich auf die heißen Tage vorbereiten können

Damit der Hochsommer den Betrieb nicht lahmlegt

Es ist Sommer. Es ist heiß. Es ist eine anstrengende Zeit für Arbeitnehmer auf der Baustelle, in der Werkstatt oder im Büro. Die Sommerhitze darf die Gesundheit nicht gefährden. Deshalb haben Unternehmen einige Pflichten, um ihre Mitarbeiter zu schützen. Und auch Maschinen leiden unter den hohen Temperaturen.

Damit Mensch und Maschine auch bei Hitze produktiv sein können, brauchen sie Schutz vor Hitze und UV-Strahlung. Foto: Jürgen Fälchle – stock.adobe.com

Im Gegensatz zu Schülern haben Arbeitnehmer kein Recht auf Hitzefrei ab einer bestimmten Außentemperatur. Dennoch gibt es einige rechtliche Regelungen für Arbeitgeber, um ihre Mitarbeiter vor Hitze und den gesundheitlichen Folgen zu schützen. § 4 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) schreibt Arbeitgebern beispielsweise vor, die Arbeitsstätte so zu gestalten, dass eine Gefährdung für Leben und Gesundheit möglichst vermieden wird. Zusätzlich müssen sie laut § 5 ArbSchG in Verbindung mit § 3 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und in der Folge geeignete Maßnahmen zum Schutz der Belegschaft ergreifen.

Konkreter werden die technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR): Sie besagen unter anderem, dass die Lufttemperatur in Arbeits- und Sozialräumen 26 Grad nicht überschreiten soll (ASR A3.5, Punkt 4.3 Abs. 2). Ansonsten sind die Räume mit geeigneten Sonnenschutzmaßnahmen auszustatten, um die Gesundheit der Belegschaft zu schonen und beispielsweise einem Kreislaufzusammenbruch vorzubeugen. Klettert das Thermometer auf über 30 Grad, sind Maßnahmen, um die Belastung der Arbeitnehmer zu reduzieren, laut ASR für Arbeitgeber verpflichtend. Ab 35 Grad Raumtemperatur spricht man von einer sogenannten Hitzearbeit – hier werden dann spezielle Schutzvorkehrungen nötig.

Hilfe bei Hitze im Büro

Arbeitgebern ist grundsätzlich selbst überlassen, welche konkreten Hitzeschutzmaßnahmen sie treffen. Denn je nach Arbeitsstätte oder Räumlichkeit sind unterschiedliche Vorkehrungen sinnvoll. Schnell und einfach umzusetzen ist das Angebot von Getränken oder mobilen Ventilatoren in Büroräumen. Um dafür zu sorgen, dass die Temperatur in den Räumlichkeiten gar nicht erst über 26 Grad steigt, sind unter anderem Fenster so zu gestalten, dass eine übermäßige Erwärmung vermieden wird. Gegebenenfalls sollten sie mit geeigneten Sonnenschutzsystemen, zum Beispiel Jalousien, ausgestattet werden (ASR A3.4). Die ASR empfiehlt außerdem: frühmorgens lüften und/oder die Bekleidungsregelungen lockern – falls vorhanden.

Ab 35 Grad spricht man von Hitzearbeit

Vor allem bei körperlich anstrengender Arbeit kann es zusätzlich sinnvoll sein, die Arbeitszeiten anzupassen und früher am Morgen zu beginnen. Als Ergänzung können dazu mehrere Kurzpausen, beispielsweise von zehn Minuten, erlaubt werden. Steigt die Temperatur an einem besonders heißen Tag über 35 Grad im Arbeitsraum, sind Arbeitgeber verpflichtet, die bei Hitzearbeit üblichen Maßnahmen zu ergreifen, dazu zählen zum Beispiel Wasserschleier und Luftduschen.

Arbeit im Freien

Aber nicht nur stickige Büroräume machen das Arbeiten im Sommer zu einer Belastung für die Gesundheit – auch Arbeiten im Freien stellen den Körper vor Herausforderungen. Neben der Hitze sind Arbeitnehmer hier zusätzlich gesundheitsschädlicher UV-Strahlung ausgesetzt. Die kann im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen. Um die Belegschaft zu schützen, müssen Arbeitgeber auch hier geeignete Maßnahmen ergreifen: Soweit es möglich ist, sollten alle Tätigkeiten im Schatten ausgeführt werden. Dazu kann auch künstlicher Schatten durch Sonnenschirme, Sonnensegel oder Überdachungen geschaffen werden. Ist das Arbeiten im Schatten nicht möglich, ist es dafür umso wichtiger, eine schattige Unterstellungsmöglichkeit für die Pausen einzurichten. Auch Anzahl und Umfang der Pausen sowie die Arbeitszeit kann an die sommerlichen Temperaturen angepasst werden. Vormittags und nachmittags ist die UV-Strahlung geringer. Abkühlung können Klimaanlagen in Fahrzeugen und Baumaschinen bringen. Zusätzlichen Schutz bieten Helme mit Nackenschutz, Sonnenbrillen mit UV-Schutz sowie UV-Schutzcreme. Grundsätzlich ist es wichtig, dass Arbeitgeber ihre Belegschaft regelmäßig auf Gefahren und Schutzmaßnahmen hinweisen.

Auch für Maschinen eine Herausforderung

Nicht nur Menschen macht die Sommerhitze zu schaffen, auch Maschinen leisten an heißen Tagen Schwerstarbeit. „Grundsätzlich sind über das ganze Jahr klimatisierte Maschinenräume ein Muss“, so der Experte der Nürnberger Versicherung. Dennoch kann es besonders bei extrem hohen Temperaturen zu einer Überhitzung der Maschinen kommen. Das kann zu Abweichungen im Betriebsablauf führen oder gar zu Produktionsausfällen. Auch Reparatur oder Ersatz sind teuer: Deshalb kann eine Maschinenversicherung sinnvoll sein. Sie kann neben technischen Gefahren wie Überhitzung oder Kurzschluss auch menschliches Versagen wie Bedienfehler oder Schäden durch äußere Einwirkungen wie Sturm oder Frost mitversichern. Bei Beschädigung erstattet sie die Reparaturkosten. Bei einem Totalschaden wird der Zeitwert abzüglich eines erzielbaren Restwertes ersetzt.

Autor:

Dr. Dominic Herrmann
Nürnberger Versicherung
www.nuernberger.de