Zukunft mit Fragezeichen

Bürokratie hemmt Alltagsgeschäft

Die konjunkturelle Situation in der Region Offenbach ist im Frühsommer 2018 weiterhin gut, verliert jedoch etwas an Schwung. Der Fachkräftemangel wird mittlerweile als größtes Geschäftsrisiko gesehen. Die zunehmende Bürokratie gilt als großes Hemmnis für das Alltagsgeschäft. Das ergibt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Offenbach am Main.

Quelle: IHK Offenbach am Main

„Die aktuelle und künftige Geschäftssituation sowie die Beschäftigungs- und Investitionspläne werden schwächer beurteilt als noch im Januar dieses Jahres. Die euphorische Einschätzung vom Jahresbeginn wird leicht nach unten korrigiert. Dennoch liegt der Konjunkturklimaindex mit 122 Punkten auf einem überdurchschnittlichen Niveau“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner.

DIHK: 2,7 Prozent Wachstum

Das globale und nationale Wirtschaftsgeschehen läuft zurzeit auf Hochtouren. „Für dieses Jahr prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ein bundesweites Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um 2,7 Prozent. Beschäftigungs- und Lohnzuwächse sorgen für eine starke Binnennachfrage und stützen die Konjunktur. Die Inlandsnachfrage, als Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung, erreicht in der Bewertung der regionalen Wirtschaft den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre. Es ist weniger die konkrete Auftragslage, die die Betriebe mit Sorge erfüllt, vielmehr sind es wachsende Engpässe und Beschränkungen, die die Unsicherheit erhöhen“, verdeutlicht Weinbrenner.

Riskanter Fachkräftemangel

Mit 48,1 Prozent schätzen die Unternehmen in der Region den Fachkräftemangel inzwischen als größtes Geschäftsrisiko ein. „43,8 Prozent sehen in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen ein Risiko, zum Beispiel durch die Gefahr weiterer Handelsbeschränkungen mit den USA. Daraus erwachsende Konsequenzen können die Konjunktur empfindlich treffen. Daneben werden Unsicherheiten aufgrund der Diskussion um Diesel-Fahrverbote und damit möglicherweise verbundenen Neuanschaffungen genannt. Der größte Teil der Antworten zielt jedoch auf zunehmende Bürokratiebelastungen ab, beispielsweise im Personalwesen oder in Bezug auf den Datenschutz“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Insbesondere für kleine und mittelständische Betriebe wird es immer schwerer, die vielen Auflagen und Pflichten zu erfüllen. Weinbrenner sagt: „Um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nachhaltig zu festigen und die Bürokratie nicht weiter zum Hemmschuh für das Alltagsgeschäft werden zu lassen, muss eine der dringlichsten Aufgaben der Bundesregierung der Bürokratieabbau für die Wirtschaft sein. Der DIHK hat eine Liste mit 35 Vorschlägen zum Bürokratieabbau erstellt. Dazu gehören vereinfachte Lohn- und Lohnsteuerabrechnungen, eine verkürzte Aufbewahrungsfrist von Steuerunterlagen von zehn auf fünf Jahre sowie eine für Unternehmen handhabbare Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung.“ Diese Liste gelte es abzuarbeiten.

Kontakt:

Judith Müller
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