Fixstern im Marketing der Unternehmen

Brauchen wir noch Messen?

Seit Beginn der Pandemie haben rund um die Welt kaum Präsenzmessen stattgefunden. Virtuelle Formate wurden entwickelt und getestet. Reicht es, zukünftig ganz auf sie zu setzen?

Sehen, fühlen, ausprobieren, Kontakte pflegen und neue knüpfen – all das geht am besten auf Präsenzmessen. / Foto: AUMA

Messen bleiben für deutsche Unternehmen das wichtigste Instrument der direkten Geschäftsbeziehung, der B2B-Kommunikation. Sie sind der Fixstern im Marketing der meisten Unternehmen. Corona und die damit verbundene schnelle Digitalisierung vieler Lebensbereiche haben daran zunächst Zweifel aufkommen lassen.

Doch allein die Dauer der Pandemie zeigt, dass Messen eine enorme Kraft und Qualität besitzen. Menschen wollen und müssen sich treffen, um Neues zu beginnen.

Ohne Präsenz wenig Neukunden

2020 hat eine Verbände-Studie gezeigt: Messen fehlten. Weit mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen vermissten das Netzwerken für ihr Geschäft. Die fast naheliegende Folge: Gut 80 Prozent der Firmen gewannen keine neuen Kunden. Ein Trost war da: Digitale Präsentationen sicherten weitestgehend bestehende Kontakte.

Kein Zweifel, virtuell wird es auch nach der Pandemie weitergehen. Es wird mehr Videokonferenzen geben als zuvor, mehr hybride und auch mehr Onlinemessen als noch 2019. Aber Digital und Live werden sich bestens ergänzen. Digital steht für den ersten Eindruck, schnell und permanent verfügbar. Bei der Reichweite liegen Onlinemessen vorn. Neue Zielgruppen können so erschlossen werden.

Alle Sinne ansprechen

Präsenzmessen sind die Plattform für Neukundengewinnung und das Glänzenlassen neuer Produkte und Technologien. Dort werden alle Sinne angesprochen, gefordert und gereizt. Der Besuch verspricht ein hohes Maß an Qualität.

Übrigens: Für deutsche Unternehmen beginnt der Export meist schon vor der Haustür. Die nächste internationale Messe ist oft keine 100 km entfernt.

Deutschland als Top-1-Messestandort weltweit hat eine Qualität, die im internationalen Wettbewerb ganz besonders ist: Zwei Drittel aller Weltleitmessen finden hierzulande statt. Der Messeplatz Deutschland hat sich dank der vielen Weltmarktführer, die sich auf den Messen hierzulande treffen, über Jahrzehnte einen starken Ruf bei Ausstellern und Besuchern aus aller Welt erworben. 

Vor Beginn der Corona-Pandemie kamen etwa 60 Prozent der rund 180.000 Aussteller Jahr für Jahr aus dem Ausland, ein Drittel davon aus Ländern außerhalb Europas. Von den zehn Millionen Messebesuchern reisten fast 30 Prozent aus dem Ausland an. An diesen Erfolg wird die deutsche Wirtschaft mit neu gewonnenen Erfahrungen aus den zurückliegenden harten Monaten anschließen. 

Der AUMA ist der Verband der deutschen Messewirtschaft: National und international vertritt er die Interessen von 72 Mitgliedern. Darunter sind alle großen und mittleren Messegesellschaften Deutschlands sowie Verbände, die Aussteller, Service-Unternehmen und Besucher vertreten.

Autor

Hendrik Hochheim
h.hochheim@auma.de
www.auma.de