Japan ist wichtig für die Unternehmen in der Region

Besondere Beziehungen zu einem besonderen Land

Pünktliche Züge, unfassbar teure Fische, Toiletten mit Föhnfunktion und eingebauter Musik, Sushi, Nintendo und noch viel mehr. Japan ist ein besonderes Land. Der vielseitige Inselstaat fasziniert und macht immer wieder mit außergewöhnlichen Produkten von sich reden. Japanische Unternehmen sind als Handelspartner in der Region gefragt und schätzen ihrerseits die Kontakte zur Wirtschaft in Stadt und Kreis Offenbach.

Anlässlich des Delegationsbesuchs trugen sich (v.l.) Masao Tachihara, Präsident der Industrie- und Handelskammer Kawagoe, Yoshiaki Kawai, Bürgermeister der Stadt Kawagoe, Offenbachs Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke und Setsuko Kawahara, Generalkonsulin von Japan in Frankfurt, in das Gästebuch der IHK Offenbach am Main ein. Foto: IHK Offenbach am Main

Und umgekehrt? Deutschland genießt in Japan einen guten Ruf. Japaner schätzen und teilen uns zugeschriebene Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und Qualität. Nicht zuletzt deshalb sind die Beziehungen zwischen beiden Ländern historisch gewachsen und der Handel rege.

Doch wenn in Europa über Asien gesprochen wird, ist meist von China die Rede. Japan als vergleichsweise kleiner Nachbarstaat hat es schwer gegen den Riesen China, nicht nur in puncto Aufmerksamkeit und Marktgröße.

Die aktuelle politische Lage ist auch für Japan nicht leicht. Japans Exporteure verzeichneten in den vergangenen Monaten angesichts der andauernden Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China einen Rückgang der Nachfrage. Das Land leidet unter der langsamer wachsenden Wirtschaft Chinas, die Exporte sind auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief gefallen. Damit noch nicht genug. Auch zwischen Japan und Südkorea bahnt sich ein Handelsstreit an. Hintergrund sind zunehmende Auseinandersetzungen der zwei Länder über Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg. Und für Einfuhren nach Japan gelten komplexe Importvorschriften, die internationale Unternehmen häufig abschrecken.

Das seit 1. Februar 2019 in Kraft getretene Freihandelsabkommen zwischen Japan und der EU setzt da ein Zeichen zur richtigen Zeit. Damit sind Zölle für die meisten Produkte aufgehoben. Nintendo und Co. könnten jetzt günstiger werden. Umgekehrt können viele Produkte leichter nach Japan exportiert werden.

Globale Wirtschaft lokal gelebt

Setzen wir die globale Brille ab und richten den Blick in die Region. Offenbach hat zu Japan schon lange eine besondere Beziehung. Die Stadt pflegt seit 1983 eine Partnerschaft mit der Stadt Kawagoe. Beide sind international weniger bekannt als ihre jeweiligen Großstadtnachbarn Tokio und Frankfurt.

Die Handelskammern der beiden Städte, die IHK Offenbach am Main und die IHK Kawagoe, haben seit fast 20 Jahren eine gelebte Partnerschaft mit einem Austauschprogramm für Praktikanten (www.offenbach.ihk.de/P311). Mit einem Stipendium kommt jedes Jahr ein Praktikant aus Kawagoe nach Offenbach, um in einem hiesigen Unternehmen ein Praktikum zu absolvieren. Umgekehrt schickt die IHK Offenbach am Main jährlich einen Studenten zu einem bezahlten dreimonatigen Praktikum nach Kawagoe. Das ist in Japan eine Besonderheit, da das Absolvieren von Praktika dort nicht üblich ist.

Vom 9. bis 12. August 2019 war eine 30-köpfige Delegation aus Kawagoe zu Gast in Offenbach. Teilnehmer waren unter anderem der Oberbürgermeister der Stadt Kawagoe, Abgeordnete des Stadtparlaments, der Präsident und der Vorsitzende der Handelskammer in Kawagoe sowie Bürger der Stadt. Mit einem Empfang in der IHK Offenbach am Main und einem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt wurde die Freundschaft erneut bekräftigt.

Als IHK-Unternehmensvertreter empfing Holger Drewing von Herth und Buss in Heusenstamm die japanischen Gäste. Sein Unternehmen exportiert Fahrzeugteile nach Japan. Damit stand er stellvertretend für die Firmen mit Geschäftsbeziehungen zu Japan in der Region. Auch Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke empfing die Gäste und lud sie zu einem Tagesprogramm in Offenbach mit abendlichem Ausklang beim Lichterfest am Offenbacher Hafen ein.


KaiKô: Deutsch-japanischer Wirtschaftstag

Um die vielen Facetten der Japan-Beziehungen abzurunden, findet in der IHK Offenbach am Main ein „KaiKô“ (japanisch: schönes Treffen) statt. Die Veranstaltung mit dem Schwerpunktthema künstliche Intelligenz (KI) richtet sich mit Workshops, Vorträgen und kulturellen Einblicken an deutsche und japanische Unternehmen, Studenten und Japan-Interessierte.

Termin: 20. November 2019, 14:00 bis 19:00 Uhr
Ort: IHK Offenbach am Main
Kosten: 110 Euro inkl. USt.

www.offenbach.ihk.de/E12184

Einige der Gäste aus Kawagoe kamen in traditionellen Kimonos zum Offenbacher Lichterfest. Foto: Schubert-Kester/IHK

Autorin:

Silvia Schubert-Kester
Telefon (069)8207-252
schubert@offenbach.ihk.de