Neu-Isenburger Gründerpreisfinalist Home Instead auch für Unternehmen interessant

Ausfallsicherheit bei pflegenden Mitarbeitern und Personalbindung

Silke Tremel aus Neu-Isenburg stellt sich mit Home Instead Seniorenbetreuung den Herausforderungen des Alters und unterstützt Angehörige von hilfe- und pflegebedürftigen Menschen bei der Betreuung und Pflege. Beim Hessischen Gründerpreis schaffte sie es mit ihrem Unternehmen in der Kategorie „Geschaffene Arbeitsplätze“ bis ins Finale, das am 10. November 2016 in Bad Homburg stattfand.

Silke Tremel in ihren Neu-Isenburger Büroräumen. Foto: Linke/IHK

„Es war eine gelungene Veranstaltung und ich bin froh und glücklich, dabei gewesen sein zu dürfen. Ich fühle mich mit unserem zweiten Platz als stolzer zweiter Sieger“, erklärte Tremel am Tag nach der Preisverleihung.

Die Jury überzeugte das starke Wachstum des Unternehmens in den letzten zwei Jahren. Heute beschäftigt Tremel insgesamt 65 Mitarbeiter. „Gestartet bin ich 2013 mit zwei“, erklärt sie. Schon am Morgen nach der Preisverleihung führte sie bereits wieder ein Vorstellungsgespräch.

Besonders stolz ist Tremel darauf, auch älteren Menschen ab 55 Jahren als Arbeitgeber eine sinnvolle Tätigkeit anbieten zu können, die ihnen neben Anerkennung und Wertschätzung auch ein finanzielles Auskommen im Rahmen eines festen Arbeitsverhältnisses einbringt. „Von ihrer Lebenserfahrung, Gelassenheit und Souveränität profitiere ich als Unternehmerin genauso wie unsere Kunden, die durch die persönliche Alltagsunterstützung so lange wie möglich zuhause leben können“, so Tremel.

Den Unterschied ihres Unternehmens zu einem klassischen Pflegedienst erklärt die Unternehmerin so: „Wir kommen, wenn der Pflegedienst geht.“ Home Instead, ein Franchiseunternehmen aus den USA mit 50 Filialen in Deutschland, ergänze bestehende Angebote, mit Dienstleistungen wie Übernacht-, Feiertags- oder Wochenendbetreuung, Entlastung pflegender Angehöriger in unterschiedlichsten Familiensituationen, Arztbegleitung, Putzen, Kochen und gemeinsame Einnahme der Mahlzeiten oder Duschen. „Im Durchschnitt buchen uns unsere Kunden neun bis zwölf Stunden pro Woche“, erklärt die Geschäftsführerin. Die Leistungen würden mit der Pflegeversicherung abgerechnet.

Die Dienstleistungen würden auch speziell Unternehmen angeboten. Tremel: „So sind wir zum Beispiel seit Kurzem bei der Fraport AG als Partner beim internen Familienservice gelistet. Auch haben wir schon im Auftrag der Deutschen Flugsicherung in Langen gearbeitet. Dabei geht es den Unternehmen, die sich für uns interessieren, vor allen Dingen um die Ausfallsicherheit ihrer pflegenden Mitarbeiter und um eine Methode der Personalbindung. Auch Schulungen und Pflegeberatung für die Belegschaft einzelner Firmen haben wir schon umgesetzt.“

Insgesamt habe man in der Region Offenbach rund 200 Kunden. Dabei setze Home Instead auf Bezugspflege, das bedeutet, dass nach Möglichkeit immer die gleiche Betreuungsperson zum Kunden kommt. Welcher Mitarbeiter am geeignetsten ist, werde bereits im kostenlosen Beratungsgespräch mit den jeweiligen Angehörigen ermittelt. Diese unterstütze man auch beim anfallenden „Papierkrieg“ mit den Sozialträgern.

Das Angebotsportfolio sei nicht nur auf Seniorenbetreuung beschränkt, sondern umfasse auch Familienbetreuung. „Wenn beispielsweise eine alleinerziehende Mutter nach einer Operation nach Hause kommt, können wir dabei unterstützen, dass die Tagesstruktur der Kinder gewährleistet wird. Das umfasst Hilfe im Haushalt, Kinderbetreuung sowie das Sicherstellen des Schul- beziehungsweise Kindergartenbesuchs. Wenn jemand aus der Klinik entlassen wird und sich nicht selbst versorgen kann, stehen wir ebenfalls helfend zur Seite. Im ersten Fall fragt die jeweilige Krankenkasse die Leistung bei uns an, bei letzterem wendet sich der Sozialdienst der Klinik an uns“, erklärt Tremel.

Die Gründerin ist sich sicher: „Wir bewegen uns in einem Wachstumsmarkt und damit in einer Branche, in der man selbst alt werden kann.“

Weitere Informationen unter:

www.homeinstead.de.

Autor:

Klaus Linke
Telefon (069) 8207-245
E-Mail linke@offenbach.ihk.de