Offiziell aussehende Formulare können Betrugsmasche sein

Augen auf in der Urlaubszeit!

Tausende von Unternehmern tappen jedes Jahr in die Falle: Sie unterschreiben offiziell aussehende Formulare und schließen damit teure Verträge. Gerade in der Urlaubszeit ist die Gefahr groß. Die erfahrenen und entsprechend misstrauischen Stammkräfte sind nicht da. Vertretungen oder Aushilfen lassen sich leichter reinlegen. Das wissen die Gauner.

Foto: Daniel Ernst – stock.adobe.com

Wer gerade die Eintragung ins Handelsregister veranlasst hat, ist besonders gefährdet: Er erhält Rechnungen zu einem „Registereintrag“. Aber auch Briefe, Faxe und/oder E-Mails mit offiziell klingenden Namen, in denen zur Kontrolle der Unternehmensdaten auf ihre Richtigkeit aufgefordert wird, kommen häufig vor.

Wie kann man sich schützen?

Seien Sie misstrauisch. Prüfen Sie genau, bevor Sie etwas unterschreiben oder Rechnungen überweisen. Lesen Sie auch das Kleingedruckte. Lassen Sie sich am Telefon auf nichts ein! Legen Sie gegebenenfalls auf, wenn auf einen Telefonmitschnitt hingewiesen wird. Warnen Sie Ihre Mitarbeiter vor Abzocke-Maschen, vor allem in der Urlaubszeit!

Wann sollten alle Alarmglocken schrillen?

  • Bei Begriffen wie „gebührenfrei“, „kostenlos“, „kostenfrei“, „Korrektur“, „Korrekturabzug“, „Offerte“.
  • Bei Formularen, die entweder keinen Absender angeben, bei denen der Firmensitz des Registerunternehmens im Ausland liegt oder die IBAN auf ein ausländisches Konto weist.
  • Bei offiziell klingenden Begriffen, z. B.: „Deutsche/s…“, „…register“, „…zentrale“, „Handels…“, „Gewerbe…“, „Unternehmens…“, „…veröffentlichungen“.
  • Hoheitliche Insignien, beispielsweise Adler, Europasterne, Wappen, Flaggen.

Was tun, wenn Sie doch unterschrieben haben?

Informieren Sie sich bei Ihrer IHK, ob der Absender dort schon bekannt ist. Sie gibt Hinweise, wie Sie reagieren können. Fechten Sie den Vertrag an und kündigen Sie ihn zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Nur so verhindern Sie eine ungewollte automatische Vertragsverlängerung. Versenden Sie die Anfechtung und Kündigung per Einschreiben mit Rückschein.

Müssen Sie in jedem Fall bezahlen?

Die Rechtslage ist bei diesen Formularen nicht eindeutig. In den meisten Fällen werden die Drohungen mit Klagen nicht wahr gemacht. Es besteht nämlich das Risiko für den Versender, dass ein Gericht in dem betreffenden Formular eine Täuschung sieht und die Anfechtung für berechtigt hält. Insbesondere Formularbetrüger aus dem Ausland klagen in der Regel nicht.

Autorin:

Hildegard Reppelmund
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK)

Kontakt:

Daniel Kühn
Telefon (069) 8207-225
kuehn@offenbach.ihk.de