Alternative zum Großraumkonzept: das Zonenbüro

Mischform kombiniert die Vorteile von großflächigem und kleinteiligem Arbeiten – Flexibilität entscheidet.

Noch vor einigen Jahren galten Großraumbüros als das Nonplusultra moderner Bürokultur. Kommunikativ und auf flache Hierarchien setzend, ersetzte es in vielen Unternehmen die bis dahin üblichen Einzel- oder Mehrpersonenbüros.

Doch schnell wurden auch die Nachteile der Großräume mit zehn, zwanzig oder mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern deutlich: Hoher Lärmpegel, ständige Ablenkung, kaum Möglichkeiten zu konzentriertem, zurückgezogenem Arbeiten. Untersuchungen wie eine Studie der Universität Stockholm ergaben sogar gesundheitliche Risiken. Die schwedischen Forscher nahmen Fehlzeiten von 2.000 Beschäftigten unter die Lupe, die in Einzel-, Zweier- und Dreier- sowie in Großraumbüros arbeiteten. Mitglieder der Großraumgruppe kamen dabei auf zum Teil doppelt so lange Fehlzeiten wie die Kolleginnen und Kollegen in kleineren Arbeitseinheiten. Eine Schweizer Studie ergab, dass Mitarbeiter um so häufiger über Kopfschmerzen, Schlafstörungen und damit verbunden über Müdigkeit klagten, je größer das Büro war, in dem sie tätig waren.

Als Lösung aus diesem Dilemma präsentieren Büroplaner in letzter Zeit immer häufiger eine Art Zwischenlösung: das Zonenbüro. Dabei handelt es sich um eine Mischform zwischen großflächig und kleinteilig organisiertem Büroalltag. Offene Areale wechseln sich mit geschlossenen Räumen für Einzelarbeiten, ungestörte Telefonate und persönliche Gespräche ab. Kleine Teams sind in eigenen Zonen tätig. Dort kann das flexible Konzept bis zum sogenannten Desk-Sharing gehen, in dem Beschäftigte nicht einmal mehr einen eigenen Schreibtisch nutzen, sondern den Arbeitsplatz innerhalb ihres Teams flexibel auswählen. Auf diese Weise werden Anforderungen an moderne Bürokonzepte wie offene Kommunikation, Kooperation und Verdichtung erfüllt, während gleichzeitig für den Einzelnen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten bestehen.

Zudem gibt es Wege und Möglichkeiten, den erwiesenen Nachteilen des Großraumbüros technisch beizukommen. Gegen störendes Telefongeklingel helfen zum Beispiel Anlagen, die eingehende Anrufe nur noch optisch, etwa am Computermonitor anzeigen. Auch funktioniert das Zonen-Konzept normalerweise, ohne dass gleich bis zum Desk-Sharing flexibilisiert werden muss. Grundsätzlich gilt: Die Art des Büros muss zum Unternehmen, seinen Werten und den Mitarbeitern passen (beispielsweise in Bezug auf die Altersstruktur). Starre Lösungen führen dagegen fast nie zum Erfolg.