Die Vorteile des neuen Standards überwiegen

5G – die Zukunft ist jetzt

Der Mobilfunkstandard 5G ist derzeit ein allgegenwärtiges Thema.
Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden? Zeit für eine Bilanz.

5G transformiert den Mobilfunk und ist gleichzeitig Voraussetzung für Transformationen in diversen Bereichen des Arbeits- und Privatlebens. 

Die vier Mobilfunknetzanbieter Deutsche Telekom, Vodafone, Telefònica und 1&1 Versatel wollen bis zum Jahr 2024 ein flächendeckendes Netz in Deutschland aufbauen. Bisher haben sie circa 10.000 Mobilfunkstandorte 5G-fähig gemacht. Ein Schlüsselmerkmal der Technologie ist eine niedrige Latenzzeit. Das ist die Verzögerungszeit der Funksignale zwischen den Mobilfunkstandorten. Diese ermöglicht eine annähernde Echtzeit-Kommunikation. Die ist wiederum Voraussetzung für viele Anwendungen, wie zum Beispiel das autonome Fahren. Weitere 5G-Merkmale sind ein geringerer Energiebedarf, eine hohe Flexibilität und Stabilität.

Revolutionäre Chancen

Im Unterschied zur 3G- und 4G-Technik, ermöglicht 5G das sogenannte „Network Slicing“: Dieses Netz ist in der Lage, mehrere Frequenzen intelligent zusammenzuführen. So können hohe Datenraten in Echtzeit übertragen werden und zum Beispiel viele Autos miteinander kommunizieren, während sie autonom durch die Stadt fahren. Gleichzeitig können sich Fahrzeuge mit Parkplätzen verständigen, die melden, ob sie frei oder besetzt sind. Die Parkplatzsuche wird verkürzt, die Umwelt entlastet. Bisher – das sollte man sich bewusst machen – geht ein Drittel des urbanen Verkehrs auf die Parkplatzsuche zurück.

Die Anzahl an unbemannten Drohnen und Lufttaxis wird massiv zunehmen. Ein menschlicher Fluglotse kann sieben Flugzeuge gleichzeitig überwachen. 5G ermöglicht einer einzigen Anwendung, mit künstlicher Intelligenz (KI) 100.000 unbemannte Drohnen und Lufttaxis zu steuern und zu beaufsichtigen.

Bereits jetzt kann jedes Unternehmen ein eigenes Campus-Netz, also ein 5G-Netz nur für das eigene Firmengelände, installieren. Darüber können Produktionsmaschinen miteinander kommunizieren und die Intralogistik kann optimiert werden.

Per 5G können Geräte oder Maschinen melden, dass sie bald ausfallen werden und ersetzt werden müssen. Dazu müssen sie mit Sensoren ausgestattet und mit dem 5G-Netz verbunden werden. Ein Verschleißteil signalisiert dem Hersteller dann zum Beispiel, dass es vor Ablauf von zehn Stunden ausgewechselt werden muss. Ersatz kann rechtzeitig beschafft und werden und es lässt sich vermeiden, sich die Produktion verzögert oder gar ausfällt.

Spricht etwas dagegen?

5G ist ein Thema, das polarisiert und zum Teil heftigen Widerstand hervorruft. Gegner behaupten zum Beispiel, es verursache ein Bienen- und Vogelsterben. Wissenschaftliche Studien konnten diesen Zusammenhang nicht belegen.

Grundsätzlich hat die WHO schon 2011 darauf hingewiesen, dass es zu einer Zunahme an Gehirntumoren durch Funkstrahlen kommen kann. Doch einerseits fehlt dafür nach wie vor der wissenschaftliche Beleg. Andererseits muss man sich vor Augen halten, dass die ersten Generationen an Mobilfunkgeräten in den 1990er-Jahren viel mehr
Strahlung abgaben, als es moderne Geräte tun.

Sicher, der neue Standard bietet noch bessere Möglichkeiten, um Daten zu sammeln und zu missbrauchen. Gefahr geht hier in erster Linie von nichtdemokratischen Staaten aus.

Es ist da. Es wird ausgebaut

Ob man 5G befürwortet oder ablehnt, sein Ausbau ist nicht aufzuhalten. In den kommenden Jahren wird das alte 3G-Netz abgeschaltet, um Platz zu machen für den flächendeckenden Einsatz der neuen Technik. Am Ende des Tages zeigt sich, dass ein gut ausgebautes 5G-Netz enorme Chancen bietet. Es wird unser Leben nachhaltig verändern und es sowohl erleichtern als auch beschleunigen.

Autor

Ali Erdem
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campusnetze@t-online.de