30 Jahre Umweltinstitut Offenbach

Von A wie Abfallseminar bis Z wie Zertifikatslehrgang Nachhaltigkeit

Für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zum verantwortungsbewussten Handeln qualifizieren möchten, gibt es eine Adresse: das Umweltinstitut in Offenbach. Es wurde 1988 gegründet und ist seitdem kontinuierlich gewachsen.

Herbert Pfaff-Schley ist der Geschäftsführer des Umweltinstituts in Offenbach, das in der Frankfurter Straße über vier Stockwerke mit Schulungs- und Verwaltungsräumen verfügt. Foto: Arens-Dürr/IHK

„Im November 1986 wurden in einem Werk des Sandoz-Konzerns in Basel 15.000 Kubikmeter Löschwasser mit Chemikalien verseucht. Sie gelangten in den Rhein. Zwei Jahre später schwamm der damalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer im Rhein“, ruft der Geschäftsführer des Umweltinstituts Herbert Pfaff-Schley die Bilder von der medienwirksamen Aktion des Ministers im Neopren-Anzug in Erinnerung. „Töpfer wollte den Erfolg der zwischenzeitlich ergriffenen Gewässerschutzmaßnahmen demonstrieren. In dieser Zeit begann auch die Diskussion um Altlastensanierung und Bodenschutz. Gesetze und Verordnungen zum Umweltschutz wurden auf den Weg gebracht. Wir gründeten das Umweltinstitut, um diese neuen Regelungen zu vermitteln.“

In den Anfangsjahren fanden die Veranstaltungen in der IHK Offenbach am Main, in Hotels oder im Deutschen Ledermuseum statt. Weitere Themen wie Arbeitssicherheit und Datenschutz kamen ins Programm. Heute hat das Umweltinstitut eigene, großzügige Seminarräume in vier Etagen in der Frankfurter Straße 48, am westlichen Ende der Offenbacher Fußgängerzone. Mit der Weiterentwicklung und dem Wachstum des Instituts ging eine Ausweitung des Seminarangebots auf andere Städte wie München, Potsdam, Köln, Hamburg und Basel einher. Auch an den Bedarf des Kunden angepasste Inhouse-Schulungen werden organisiert.

Am Offenbacher Standort schätzt Pfaff-Schley die direkte S-Bahnanbindung zum Flughafen und zum Frankfurter Hauptbahnhof. Die Seminarteilnehmer seien zudem vom städtischen, interkulturellen Leben begeistert. „Hier werden nicht um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt, und im Sommer kommt in der Fußgängerzone ein südländisches Urlaubsgefühl auf“, sagt er. Allerdings seien die hohen Hotelzimmerpreise zu Messezeiten ein großes Problem.

Entwicklungen im Blick

„Wir bieten jährlich etwa 450 Seminar-Termine an, zu denen ungefähr 5.000 Teilnehmer kommen“, berichtet Pfaff-Schley. Eine besondere Stärke des Umweltinstituts sei die Flexibilität. „Auf gesetzliche Änderungen reagieren wir sofort. Oft erfahren wir schon im Vorfeld aus unserem Netzwerk beziehungsweise von unseren Referenten aus Verwaltung und Politik von entsprechenden Plänen und konzipieren Lehrgänge und Workshops, bevor die Gesetzesänderungen greifen.“

Er beobachtet ein starkes Interesse seiner Kunden an Veranstaltungen, die Sach- und Fachkunden vermitteln. „In fast allen Umweltschutz- und Arbeitssicherheitsbereichen darf heute nur noch gearbeitet werden, wenn die Mitarbeiter über die notwendigen Sachkundenachweise verfügen oder fachkundig sind“, berichtet der Geschäftsführer. „Das betrifft zum Beispiel Entsorgungsfachbetriebe und die Abfallwirtschaft. Gewässer-, Emissions-, Brand- und Strahlenschutz, Energiemanagement, Gefahrschutz, Nachhaltigkeit und Datenschutz gehören zu den für viele Unternehmen relevanten Themen.“

Seit Jahren – sagt er – sind die bundesweiten Lehrgänge ausgebucht, in denen der Nachweis zur Asbest-Sachkunde erlangt wird. Er erklärt: „Es ist seit Anfang des 20. Jahrhunderts bekannt, dass das Einatmen von Asbestfasern eine Lungenerkrankung auslösen und in der Folge Krebs verursachen kann. Aber erst 1993 wurde die Verwendung deutschlandweit verboten. Liegt Asbest in der Bausubstanz vor, dürfen Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten (ASI-Arbeiten) inzwischen nur von Firmen ausgeführt werden, die über die erforderlichen personellen und sicherheitstechnischen Voraussetzungen verfügen. Sie brauchen eine entsprechende Zulassung der zuständigen Behörde.“

Ein existenzielles Engagement

Für Pfaff-Schley steht fest: „Nur die Unternehmen, die politisch und sozial Verantwortung übernehmen, sind überlebensfähig. Die Verlagerung der Personal- und Rechnungsabteilungen ins ‚billigere‘ Ausland wird sich irgendwann rächen. Wir merken das bereits, wenn Seminarteilnehmer nicht wissen, ob sie von ihrem Personalbüro in Manila nun angemeldet sind oder nicht und ob die Seminargebühr schon von dort aus überwiesen wurde.“

Viele Unternehmen seien sich aber ihrer Verantwortung bewusst. „Heute setzen Betriebe häufig Nachhaltigkeitsbeauftragte ein. Sie achten auf einen schonenden Umgang mit Umweltressourcen. Das dazu notwendige Wissen erfahren sie in einem dreitägigen Zertifikatslehrgang. Auch Klimaschutzbeauftragte, die Treibhausgasemissionen ermitteln und eine Klimabilanz erstellen können, schulen wir.“

www.umweltinstitut.de

Autorin:

Birgit Arens-Dürr
Telefon (069) 8207-248
arens@offenbach.ihk.de