Singlehäuser: Was Käufer heute erwarten

Die Mini-Eigenheime sind nach wie vor beliebt – doch die Ansprüche an Wohnqualität und Modernität steigen

In beinahe der Hälfte aller deutschen Haushalte (40,2) lebt laut einer Berechnung der Europäischen Statistikbehörde inzwischen nur noch eine Person. Das hat auch Auswirkungen auf den Bau- und Immobilienmarkt: So werden die sogenannten „Singlehäuser“ in letzter Zeit immer beliebter. Anbieter müssen sich aber auch auf gestiegene Wohnansprüche von Interessenten einstellen.

Üblicherweise sind die Mini-Eigenheime für eine Person auf eine Grundfläche von 40 bis 45 Quadratmetern angelegt, womit man bei zwei Etagen auf ca. 90 Quadratmeter Wohnfläche kommt (es gibt allerdings auch noch kleinere Varianten). Einer der Hauptvorteile: Es wird nur ein relativ kleines Baugrundstück benötigt, was die Kosten senkt. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall nennt als Preis für ein durchschnittliches Singlehaus etwa 1.200 bis 2.000 Euro pro Quadratmeter. Dabei kann die Summe allerdings je nach Lage und Ausstattung stark variieren.

Da Singlehäuser zunehmend auch von alleinstehenden Senioren bewohnt werden, wird das Thema Barrierefreiheit und altersgerechte Ausstattung immer wichtiger. Hintergrund: Die Zahl älterer Menschen, die allein leben, steigt auch in Deutschland stetig. Viele dieser Senioren haben ihr Leben mit der Familie in einem Eigenheim verbracht und wollen nun auch als Witwe oder Witwer nicht in eine Mietwohnung ziehen, sondern weiter ihre eigenen vier Wände haben. Auf deren Bedürfnisse gilt es sich für Anbieter einzustellen. Um ein Gefühl der Enge zu vermeiden, ist es zum Beispiel wichtig, Möglichkeiten für eine platzsparende Möblierung zu schaffen. Kleine Einbauküchen, die eventuell sogar hinter Schranktüren verschwinden, oder regalfähige Nischen sind nur einige Möglichkeiten.

Auch eine energieeffiziente Bauweise, die die Anforderungen der deutschen Energieeinsparverordnung nach Möglichkeit deutlich übertrifft, wird häufig verlangt. Eine weitere Besonderheit betrifft junge Käufer. Diese interessieren sich zunehmend für Singlehäuser in Modulbauweise, die sich nach und nach erweitern lassen – etwa wenn eine zweite Person einzieht oder Kinder hinzukommen. Auch die Einrichtung eines Arbeitszimmers ist mit dem entsprechenden Modul möglich – wichtig für die wachsende Zahl der Beschäftigten, die im Home Office arbeiten.

Fazit: Neben der demographischen Entwicklung sind es (bei immer knapper und teurer werdendem Baugrund) auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Trends, die die Nachfrage nach den kleinen Eigenheimen in Zukunft vermutlich noch steigen lassen werden.

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