Digitalisierung mit Plan

Pragmatisch, aber mit Blick fürs Ganze

Die Entwicklung digitaler Strategien ist für Unternehmen kein Kinderspiel. Neben den technischen müssen auch viele kulturelle Hemmnisse überwunden werden. Umfassende, aber gleichwohl pragmatische Ansätze sind gefragt.

Quelle: PTA-eigene Darstellung

Digitalisierung – oder die „digitale Transformation“ – wird von vielen Experten als größte wirtschaftliche und kulturelle Herausforderung unserer Zeit bezeichnet. Auch die Politik in Berlin widmet sich intensiv diesem Thema, wobei die Definition immer auch noch Interpretationsspielräume lässt. Eine umfassende Erklärung der amerikanischen Unternehmensberatung Gartner Inc. lautet: „Digitalisierung beschreibt die Nutzung digitaler Technologien, um Geschäftsmodelle zu verändern sowie neue Umsatz und Wert produzierende Möglichkeiten zu schaffen. Sie beschreibt den Prozess hin zu einem digitalen Geschäft.“

Unternehmensberater mit langjähriger Erfahrung im Bereich Informationstechnologie (IT) gehen mit dem Thema etwas entspannter und vor allem pragmatisch um, da die Digitalisierung für sie kein wirklich neues Thema ist: Denn sie beschäftigen sich schon seit Jahrzehnten mit IT-Systemen, die das Alltagsgeschäft effektiver und den jeweiligen Kunden erfolgreicher machen.

IT-Unternehmensberatungen erfreuen sich in der Ära der Digitalisierung einer gesteigerten Auftragslage und schätzen die größere mediale Aufmerksamkeit, da die IT die „Nerd-Ecke“ verlässt und das Image der reinen „Rechner- und Windows-Update-Verwaltung“ ablegt. Investitionen in IT entscheiden heute über den Erfolg eines Unternehmens – ihnen kommt damit strategische Bedeutung zu.

Doch IT-Spezialisten und Entscheidungsträger im Unternehmen sind oftmals auf diesen Wandel nicht vorbereitet oder verkennen die Dimensionen der Veränderungen. Dabei sind es nicht nur technologische Hemmnisse, die Digitalisierungsprojekte zum Scheitern bringen, sondern oft auch kulturelle, also in der Firmenkultur verankerte Denkweisen.

Ratsam sind kleinere Pilotprojekte mit schrittweisem Vorgehen – ein allgemeines „Kochrezept“ gibt es indes nicht. Denn zu unterschiedlich sind die Ingredienzen: Manche IT-Landschaften von Kunden sind sehr heterogen, die Daten liegen unternehmensweit verstreut in Silos und viele Anwender haben keine genaue Kenntnis über den Hardware- und Softwarebestand des Unternehmens.

Den digitalen Reifegrad bestimmen

Deshalb gibt es einige Fragestellungen, die bei einer systematischen Herangehensweise vorab zu klären sind. Den Anfang macht sicherlich das Audit, das bestehende Systeme und den digitalen Reifegrad des jeweiligen Unternehmens erfasst. Hierbei geht es um die Kategorisierung und einen möglichen Wandel in die digitale Welt.

Oft bringt die Erfassung des aktuellen Status jedoch nicht nur die nötige Transparenz und den Überblick über die Systeme ans Licht, sondern auch Überraschungen. Beispielsweise die Erkenntnis, dass im Unternehmen eine Schatten-IT existiert, also Anwender Applikationen nutzen, von denen die IT-Abteilung nichts weiß. Auch diesen Wildwuchs gilt es zu zügeln und in die richtigen Bahnen zu lenken.

Auf dem Weg in die Digitalisierung findet dann in einem weiteren Schritt eine Bewertung und eine jeweilige Veränderungsanalyse statt – mit dem Resultat eines Vorgehensplans für die Digitalisierungsstrategie. Werden diese Erkenntnisse dann mit der Kostenindikation in Zusammenhang gebracht, kommt Licht ins Dunkel, denn es lassen sich wichtige Fragen beantworten:

  • Welche zukünftigen Geschäftsmodelle können mit einem hohen Digitalisierungsgrad erreicht werden?
  • Welche Prozesse machen den aktuellen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb aus?
  • Welche Prozesse entsprechen dem neuesten Stand der Technik?

Die Unternehmens-IT fungiert als Drehscheibe zwischen Kunden und Lieferanten. Oftmals gibt es in diesem Schritt den größten Aha-Effekt bei Kunden und bei den Beratern.

Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle können jedoch nur dann realisiert werden, wenn alle relevanten Bereiche analysiert wurden und der Kunde die Dimension des strategischen Wandels erkennt.

Berücksichtigen sollten die Kunden auf dem Weg in die Digitalisierung, dass Individualität nicht immer mit Standardsystemen abgebildet werden kann. Vielmehr ist oft ein Mix aus Individualität und Standard nötig, um den Besonderheiten eines Unternehmens optimal gerecht zu werden.

Und last but not least: Jedes Projekt sollte mit digitalen Business Coaches begleitet werden, die sowohl die ganze Organisation als auch den einzelnen Menschen mitnehmen und stets als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.

Kontakt:

Dr. Tim Walleyo
Unternehmensberatung PTA GmbH
Telefon (0621) 41960-0
tim.walleyo@pta.de
www.pta.de

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