Neues aus Berlin und Brüssel

DIHK-Vize-Chef Achim Dercks: „Es ist ein Anliegen der Industrie- und Handelskammern, eine Berufswahl frei von Rollenbildern zu ermöglichen.“ Foto: GettyImages

BDA, DIHK und ZDH setzen Zeichen

BERLIN. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist mit der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) der Initiative Klischeefrei beigetreten. Das Bündnis aus Bildung, Politik, Wirtschaft und Forschung setzt sich für eine Berufsorientierung ohne Geschlechter-Stereotype ein. Die Aktionspartnerschaft steht unter der Schirmherrschaft der Bundespräsidenten-Gattin Elke Büdenbender und wurde von den Bundesministerien für Bildung und Forschung sowie für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angestoßen.

„Nach wie vor orientieren sich Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland sehr unterschiedlich“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung von BDA, DIHK und ZDH. Dies gelte für Ausbildungswege, Ausbildungsberufe und Studiengänge gleichermaßen.

„Besonders beliebt bei Mädchen ist beispielsweise die Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement, zur medizinischen Fachangestellten oder zur Kauffrau im Einzelhandel. Jungen dagegen werden am häufigsten Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker und Elektroniker.“ Laut DIHK-Vize-Chef Achim Dercks ist es daher wichtig, konkret realistische Berufsbilder unabhängig vom Geschlecht zu vermitteln – etwa durch Praktika. „Es ist ein Anliegen der Industrie- und Handelskammern, eine Berufswahl frei von Rollenbildern zu ermöglichen. Wir wollen Mädchen und Jungen gleichermaßen dabei unterstützen, mit ihren Talenten und Potenzialen einen Beruf zu finden, der zu ihren individuellen Stärken und Interessen passt.“ Nur so könne ein erfolgreicher Übergang in eine betriebliche Ausbildung und den Arbeitsmarkt gelingen, fügte Dercks hinzu, „und nur so können wir die von der Wirtschaft dringend benötigten Fachkräfte gewinnen und halten.“

EU und Kanada stellen Mittelstand ins Zentrum von CETA-Abkommen

BRÜSSEL. Die Europäische Union hat gemeinsam mit Kanada eine langjährige DIHK- und Eurochambres-Forderung umgesetzt: Der Mittelstand soll beim Handel zwischen den beiden Wirtschaftsregionen besser unterstützt werden.

Das hat das gemeinsame CETA-Komitee bei seiner ersten Tagung im September beschlossen. Konkret wollen beide Seiten den kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) den Sprung in den Auslandsmarkt durch kostenlose Portale erleichtern, die alle handelsrelevanten Informationen bündeln. Auf den Internetseiten sollen spezielle Kontaktpunkte für KMU genannt werden. Sie sollen die mittelstandsfreundliche Umsetzung des Handelsabkommens begleiten und hierbei insbesondere wichtige Ansprechpartner und Interessensvertreter für KMU wie das Kammernetzwerk in die Fortentwicklung von CETA einbinden.