Systemlieferant für Metallbearbeitung

Modernisierung und Menschen im Blick

Ingo Hildebrandt führt die 1919 gegründete Gefinal Blech- und Stahlbau GmbH in der dritten Generation. Er setzt auf vollautomatische Fertigung und zukunftsweisende Investitionen.

Ingo Hildebrandts Investition in eine Laser-Schweißanlage hat sich bewährt. Foto: Arens-Dürr/IHK

„Wir sind ein echtes Familienunternehmen“, sagt der 42-Jährige. Seine Schwester Ines Schreiner ist im Betrieb für Finanzen und Buchhaltung zuständig, seine Ehefrau Redwana Hildebrandt verantwortet den Personalbereich.

Ziele hochgesteckt

„Als ich 2001 das Unternehmen als Geschäftsführer übernommen habe, hatten wir 25 Mitarbeiter. Mir war damals schon klar, dass wir uns auf die industrielle Bearbeitung fokussieren sollten.“ Hildebrandt stieg motiviert ein, kam mit frischen Ideen und stellte auf vollautomatische 24-Stunden-Fertigung um. Er baute Hallen, erweiterte den Maschinenpark und das Produktportfolio – mit Blick auf Zukunftsziele auch deutlich über den aktuellen Bedarf hinaus.

Heute beschäftigt Gefinal 91 Mitarbeiter und bildet sieben Nachwuchskräfte aus. Dazu kommen neun weitere Auszubildende, die im Rahmen eines Kooperationsvertrages von der Voith Industrial Services GmbH (aktuell Veltec GmbH) übernommen wurden. Zum Team zählen auch vier Flüchtlinge. Die Erfahrungen mit den Männern aus Eritrea sind durchweg positiv: „Sie bringen Lust an der Arbeit mit und sind bereit, die Sprache und unser Handwerk zu lernen. Das sind Grundvoraussetzungen.“ Die Integration gelang schnell.

Breit aufgestellt

Die Idee zum Namen Gefinal stammt vom Firmengründer Ernst Hildebrandt und kürzt die Bezeichnung „Gesellschaft für industrielle Anlagen“ ab. Früher arbeitete das Unternehmen vorwiegend für den Maschinenbau. „Aber die Schwankungen in dieser Branche sind groß und verunsichern“, berichtet der Geschäftsführer. Daher vertraue man heute auf ein breiteres Kundenspektrum, zu dem Medizin- und Lebensmittelhersteller, Unternehmen aus der Getränkeindustrie und dem Ladenbau, Computerhersteller sowie Mess- und Regeltechnikspezialisten gehören.

Aus einer Hand

Ob Stanzen, Laserschneiden, Biegen oder Schweißen – es werden unterschiedlichste Metallbearbeitungsmethoden ausgeführt. „Wir übernehmen aber nicht nur die klassische Blechbearbeitung, sondern bieten unseren Kunden auch von der Konstruktion und Entwicklung über Fräs- und Montagearbeiten einfach alles aus einer Hand an.“ Am liebsten ist es dem Team, wenn alle Arbeitsschritte ineinandergreifen und Gefinal als Systemlieferant zum Zug kommt: „Dann sind wir schon in die Planung des Kunden einbezogen, stellen Prototypen her, übernehmen die Konstruktion und Fertigung bis zu Oberflächenbehandlung, Montage und Verpackung. Gegebenenfalls kooperieren wir mit zuverlässigen Partnern und lassen ganze Anlagen verdrahtet und verpackt zum Kunden weltweit ausliefern.“

Um sich am Markt zu behaupten, scheut der Unternehmer nicht vor hohen Investitionen zurück. Eine solche Anschaffung ist die Roboter-Laserschweißanlage. „Der Roboter benötigt für ein Bauteil 35 Minuten, welches per Hand mit Verschleifen und Richten erst in dreieinhalb Stunden fertig geschweißt ist. Damit können wir wirtschaftlicher arbeiten und kürzere Lieferzeiten einhalten. Diesen Service nehmen bei Gefinal auch andere Blechbearbeitungsfirmen in Anspruch. Das ist Netzwerken“, wie Hildebrandt betont.

Hochmodern und altbewährt

2019 steht das 100-jährige Firmenjubiläum an. „Unsere Vision, die wir mit Blick auf unser 100-jähriges Firmenjubiläum mit allen Mitarbeitern erarbeitet haben, heißt ‚100 Prozent Gefinal‘. Darunter verstehen wir 100 Prozent Team, 100 Prozent Qualität, 100 Prozent Termintreue und 100 Prozent Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen. Das soll unterstreichen, dass wir uns ganzheitlich als Unternehmen entwickeln möchten: Modernisierung und Technik auf der einen Seite, auf der anderen das soziale Gefüge als Familienunternehmen“, erklärt der Geschäftsführer.

Weitere Informationen unter:

www.gefinal.de

Autorin:

Birgit Arens-Dürr
Telefon (069) 8207-248
E-Mail arens@offenbach.ihk.de