Reingeschaut … im Ganzheitlichen Zahnzentrum

„Man muss Frauen Mut machen“

In Langen hat sich Dr. Alexandra Zieglgänsberger einen Traum erfüllt und 2015 „Mein ganzheitliches Zahnzentrum“ eröffnet – ein großes Projekt für eine junge Ärztin und Mutter. Mit ihrer Gründung ist sie sehr zufrieden. Sie empfiehlt gerade Frauen, mit dem Verwirklichen ihrer unternehmerischen Ideen nicht zögerlich zu sein.

Dr. Alexandra Zieglgänsberger hat mit der Gründung einen großen Schritt gewagt und würde es wieder tun. Foto: Arens-Dürr/IHK

Zieglgänsberger sieht sich als Visionärin. Die ehemalige Bankfiliale in der August-Bebel-Straße in Langen schien ihr ideal, um das ganzheitliche Konzept umzusetzen, das ihr vorschwebte: „Ich muss da rein“, war ihr Impuls.

„Ganzheitlich bedeutet, dass wir nicht einfach einen einzelnen Zahn behandeln. Wir betrachten die Gesamtzusammenhänge über den Mund- und Zahnbereich hinaus. Das setzt eine sorgfältige Anamnese voraus und zum Beispiel auch einen Blick auf das Gangmuster des Patienten. Schließlich wird überprüft, wie das Kauorgan des Patienten in dieses Gesamtgefüge passt“, beschreibt sie die Vorgehensweise. Die Untersuchungen können zum Beispiel ergeben, dass eine Bissstörung vorliegt oder dass Dentalmaterialien Beschwerden verursachen. Die Zahnärztin hat diesen Behandlungsansatz in der Praxis kennen- und schätzen gelernt, in der sie nach ihrem Studium als Juniorpartnerin gearbeitet hat.

Ideen brauchen Platz

„Nach der Geburt meines Sohnes 2014 hätte ich weiter als Partnerin bei einem anderen Zahnarzt arbeiten oder eine 80-Quadratmeter-Praxis übernehmen können“, sagt sie. Sie entschied sich, mehr zu wagen: Ihr Zahnzentrum hat zwei Etagen mit einer Fläche von 300 Quadratmetern. „Ich hatte Glück, dass mein Bankberater mich unterstützt hat. Er hat mich seit meiner Studentenzeit betreut, kannte meine Umsätze und hat schnell grünes Licht gegeben. Und mein Mann und meine Eltern standen hinter mir.“ Es gab aber auch Einwände: „Du hast doch einen kleinen Sohn!“ und „Tu dir das nicht an!“, hätten ihr Bekannte geraten. Sie setzte sich darüber hinweg, wurde sich mit dem Vermieter einig und baute erst einmal alles um. „Das war eigentlich ein Komplettabriss“, sagt sie. Wände mussten weg. Aufwändige Kernbohrungen bis in den Keller waren für die Abflüsse der Behandlungsstühle erforderlich.

Im Erdgeschoss arbeitet Zieglgänsberger mit einem weiteren Zahnarzt, fünf Zahnarzthelferinnen, einer Dentalhygienikerin und zwei Auszubildenden. Auch eine Assistenzärztin beschäftigt sie. Drei Behandlungszimmer stehen zur Verfügung. Ein viertes wird gerade vorbereitet. Im Obergeschoss stellt eine Zahntechnikerin in einem Labor Zahnersatz her. „Das ist deutsche Qualitätshandarbeit und wir testen die Verträglichkeit der verwendeten Materialien, bevor etwas angefertigt wird“, erklärt die Unternehmerin.

Außerdem hat die selbstständige Heilpraktikerin Martina Drews im Obergeschoss ihre Praxis. Mit ihr arbeitet das Team eng zusammen. Sie ist auf Unverträglichkeiten und Allergien auf Dentalmaterialien spezialisiert und verfügt über Fachwissen zu den 100-prozentig reinen ätherischen Ölen, die in der Therapie eingesetzt werden. „Dank dieser Öle können wir auf viele sonst in der Schulmedizin übliche Chemikalien wie Wasserstoffperoxid, Natriumchlorid oder auch auf Antibiotika verzichten“, erklärt die Zahnärztin.

Nicht nur träumen

„Was ich hier in Angriff genommen habe, machen meist zwei, drei Leute zusammen“, weiß die 40-Jährige, die in der Zwischenzeit ein zweites Kind bekommen hat. „Natürlich gab es auch kritische Phasen und ich bin froh, dass ein Abrechnungsinstitut für zeitnahe Zahlungseingänge nach den Behandlungen sorgt. Nach drei Tagen habe ich mein Geld“, sagt sie erleichtert.

Nach ihren insgesamt positiven Erfahrungen steht dennoch für sie fest: „Wenn man einen Traum hat, ein Alleinstellungsmerkmal und Selbstvertrauen, dann soll man den Traum verwirklichen. Gerade Frauen muss man dazu Mut machen.“