Aktuelle IHK-Konjunkturumfrage für die Region Offenbach

Konjunkturelle Stimmung ist blendend

Die Konjunktur in der Region Offenbach läuft zum Frühsommer des Jahres besonders positiv. Der aktuelle Konjunkturklimaindex der IHK Offenbach am Main wächst zum Frühsommer um 6,2 auf 126,8 Punkte an.

Die Stimmung der Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach ist blendend, die Prognosen sind durchweg positiv. Foto: ZaZa studio – Fotolia

Anja Spiegel von der Freimuth & Spiegel OHG berichtet: „2015 hat Bürgermeister Frieder Gebhardt bei einem Business-Frühstück ausdrücklich die anwesenden Unternehmerinnen begrüßt. Wir haben uns umgesehen und bemerkt: Wir sind gar nicht so wenige“. Nach einigen Treffen gründeten zwölf Geschäftsfrauen am 11. Januar 2016 das Netzwerk als GbR. Alle Gesellschafterinnen haben gleiche Rechte und Gewichtung. Ein Mitgliedsbeitrag wird nicht erhoben, anfallende Kosten geteilt. Derzeit gibt es 14 Gesellschafterinnen aus unterschiedlichsten Branchen wie Handel, Beratung, Informationstechnologie und Baugewerbe. Auch eine Rechtsanwältin und eine Architektin gehören dazu.

„Wir sind kein Frauenclub, sondern ein Unternehmerinnen-Netzwerk“, betont Spiegel. Willkommen seien Geschäftsfrauen aus Langen und der näheren Umgebung. Das Netzwerk soll wachsen, aber überschaubar bleiben. „Und es geht oft um Themen, die hier aktuell und wichtig sind“, erklärt die Unternehmensberaterin Renate Knapp.

Was nützt das Netz?

„Menschen bringen sich nur ein, wenn sie etwas zurückbekommen“, ist Knapp überzeugt. Bei Prima funktioniere das Geben und Nehmen. „Hier werden die Fragen gestellt, die mich weiterbringen, wenn wir uns über unsere Erfahrungen als Frauen in Führungspositionen austauschen. Die meisten von uns sind im Alltag Generalistinnen, teilweise Einzelkämpferinnen. Im Netzwerk gehen wir Projekte arbeitsteilig an und profitieren vom breiten Wissen, das sich aus dem Team speist.“

Auch wenn es zu Geschäftskooperationen komme, sei das kein primäres Ziel. Wichtig sei der Austausch, um unternehmerisch und persönlich weiterzukommen. „Wir besprechen zum Beispiel, wie sich Kinder und Selbstständigkeit vereinbaren lassen, haben aber auch Treffen mit Schwerpunktthemen wie zum Beispiel Unternehmenswachstum: Was haben die Einzelnen gemacht, um ihre Unternehmen zu entwickeln?“, sagt Eve-Jasmin Koncewicz, Mitglied der Geschäftsführung der Veranstaltungsagentur Brigitte Süss GmbH. Ulrike Halboth, die mit „Call a Gift“ auf den Handel mit Werbeartikeln spezialisiert ist, hat sich entschlossen, dual Studierende auszubilden. Entscheidend waren für sie die guten Erfahrungen von Christel Hofmann, Mitgründerin der Softbauware GmbH. Halboth sagt: „Sie hat mir erklärt, welcher Aufwand damit verbunden ist und wie das Unternehmen profitiert.“ Jedes Prima-Mitglied trage große Verantwortung und müsse mit Risiken umgehen. Das Netzwerk biete die Gelegenheit, unter Frauen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen, offen, ehrlich und „ungeschminkt“ zu diskutieren.

Konkurrenz spielt – so sagen die Gesellschafterinnen – keine Rolle. Hofmann erklärt: „Wir sind geschäftlich sehr unterschiedlich positioniert. Aber selbst wenn eine zweite Unternehmerin aus der Informationstechnologie dazukommt, kann das für sie und mich eine ‚Win-Win-Situation‘ werden. Mitbewerberinnen müssen sich nicht als Konkurrentinnen verstehen.“

„Man kennt uns“

Die Prima-Unternehmerinnen kommunizieren im engen Kreis, laden aber auch Geschäftsfrauen aus der Umgebung zum Frühstück, dem „Prima Start in den Tag“, ein. Dabei pflegen sie auch den Kontakt zur Langener Wirtschaftsförderung, erhalten Informationen zur Stadt- und Wirtschaftsentwicklung aus erster Hand und hinterfragen Themen. „Nach welchen Kriterien die Kinderbetreuungsplätze vergeben werden, wollten wir zum Beispiel wissen. Das ist wichtig für unsere Mitarbeiterinnen. Wir sind sehr präsent in Langen. Man kennt uns als lokale Interessensvertretung für Unternehmerinnen“, erklärt Spiegel.

Das liegt auch an den vom Netzwerk initiierten Fachvorträgen. Im vergangenen Herbst war die Neurowissenschaftlerin und Autorin des Buches „Wie das Gehirn Spitzenleistung bringt“, Dr. Karolien Notebaert, zu Gast in der ausverkauften Veranstaltung. Nun lädt Prima-Gesellschafterin Monika Eigl-Anthes von ‚Welt der Weine‘ in Kooperation mit der Netzwerk-Unternehmerin Beate Neiß von der Buchhandlung Litera zur Weinlesung am 9. März 2017 in ihr Geschäft.

Mit ihrem Angebot zum  Girls‘ Day verfolgen die Gesellschafterinnen ein klares Ziel: Sie wollen das Berufsbild der Unternehmerin bekannter und für Mädchen attraktiv machen. 24 Schülerinnen werden beim Start-up-Camp in der Stadthalle Geschäftsideen entwickeln und verschiedene Aspekte einer Gründung kennenlernen. „Viele Mädchen können sich nicht vorstellen, später selbst ein Unternehmen zu gründen oder zu übernehmen. Da möchten wir schon früh Mut machen und Vorbilder sein“, erklärt Anja Spiegel.

Kontakt:

Judith Müller
Telefon (069) 8207-250
E-Mail mueller@offenbach.ihk.de

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