Verantwortung für die Bedürfnisse von Menschen und Unternehmen

Gemeinsam die Region bewegen

„Zukunftsfähige Mobilität in der Region Offenbach“ heißt das Positionspapier, das die Vollversammlung der IHK Offenbach am Main in ihrer Sitzung am 11. September 2018 beschlossen hat. In der IHK-Vollversammlung zeigen 57 gewählte Unternehmensvertreter aus Stadt und Kreis Offenbach mit ihrem ehrenamtlichen Engagement gemeinsam Verantwortung. Gleiches gilt für die IHK-Expertenräte, die die fachliche Grundlage für Entscheidungen erarbeiten.

Die Vollversammlung der IHK Offenbach am Main befasst sich mit den Themen, die den Unternehmen wichtig sind. Im September ging es um die Mobilität in der Region. 2019 werden ihre Mitglieder neu gewählt. Foto: Linke/IHK

Das Positionspapier ist im IHK-Expertenrat Mobilität entstanden, einer Gruppe von Verkehrsexperten aus unterschiedlichen Unternehmensdisziplinen, wie Logistik, Paketdienstleistungen, Luft- und Nahverkehr. Vorsitzender ist Andreas Maatz, Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft mbH in Dietzenbach. „In dem Positionspapier sind die Anforderungen der regionalen Wirtschaft an eine zukunftssichere, bedarfsgerechte und leistungsfähige Mobilität zusammengefasst“, erläutert IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller.

Mobilität und wirtschaftliche Entwicklung seien eng miteinander verbunden. „Wir leben in einer überaus attraktiven und erfolgreichen Wirtschaftsregion. Damit das so bleibt, müssen wir alles tun, um die Mobilitätsbedürfnisse der Unternehmen und der Bevölkerung bestmöglich zu erfüllen“, verdeutlicht die IHK-Präsidentin.

Die Zeit drängt

Der Expertenratsvorsitzende Andreas Maatz fügt hinzu: „Uns ist es wichtig, aufzuzeigen, dass Mobilität ganzheitlich begriffen werden muss. Unternehmen sind gleichermaßen auf Straße, Schiene, Binnenschifffahrt und Luftverkehr angewiesen. Voraussetzung für Mobilität ist eine leistungsfähige Infrastruktur. Die Plan- und Genehmigungszeiten müssen deutlich beschleunigt werden, zum Beispiel durch verkürzte gerichtliche Instanzenwege. Bund und Land müssen hier aktiv werden, um wichtige Projekte für die Region, wie die Regionaltangente West, schnell zu realisieren. Daneben müssen aber auch kurzfristig kleinere Maßnahmen an Konfliktpunkten zügig durchgesetzt werden, wie etwa am Tannenmühlkreisel in Hainburg.“

Generell müssten Planungen, Baumaßnahmen und verkehrliche Angebote besser zwischen den verantwortlichen Akteuren abgestimmt werden.

„Das gilt auch in Bezug auf Logistik und Wirtschaftsverkehr. Die Region Offenbach ist ein starker Logistikstandort. Eine leistungsfähige Logistik ist Voraussetzung für das Wirtschaftswachstum anderer Branchen. Dafür müssen die Rahmenbedingungen stimmen“, ergänzt Schoder-Steinmüller.

Mehr Lkw-Stellplätze an Autobahnen wie der A3, damit Fahrer ihre Lenk- und Ruhezeiten einhalten können, seien eine zentrale Forderung der IHK. „Dafür müssen neue Anlagen geschaffen werden, aber auch bestehende Flächen, etwa durch digitale Steuerung, besser ausgelastet werden. Vielerorts kommt es auch innerhalb der einzelnen Kommunen in der Region zu Nutzungskonflikten durch parkende Lkw. Hier sind die Kommunen aufgerufen, sich stärker einzubringen und gemeinsam mit den Speditionen und Logistikunternehmen Lösungen zu erarbeiten“, sagt die IHK-Präsidentin.

Nachhaltigkeit gefragt

Wie soll es weitergehen mit der Mobilität in der Region? Ein Masterplan, den alle verantwortlichen Akteure gemeinsam entwickeln, kann Antworten geben. Foto: ©Kara – stock.adobe.com

Beim Thema Luftreinhaltung zeige das kürzlich gefällte Urteil zu Fahrverboten in Frankfurt die Dringlichkeit auf, langfristig auf eine nachhaltige Mobilität hinzuwirken. „Flächenplanung und Mobilität müssen künftig vor allem bei der Entwicklung neuer Wohn- und Gewerbegebiete besser verzahnt werden. Zentrale Maßnahmen sind ein öffentlicher Personennahverkehr mit leistungsfähigen und attraktiven Verbindungen, ein optimierter Verkehrsfluss auf der Straße sowie ein intensives Mobilitätsmanagement“, fordert Schoder-Steinmüller.

Thomas Horn, Direktor des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main, berichtete in der Vollversammlungssitzung über die Herausforderungen zu Flächenentwicklung und Mobilität in der Region. Er erklärte: „Wir brauchen einen Masterplan Mobilität für die gesamte Region Frankfurt/Rhein-Main und uns muss es gelingen, Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich zu beschleunigen. Über 30 Jahre Diskussion über die Regionaltangente West sind viel zu lang.“

Zum Positionspapier „Zukunftsfähige
Mobilität in der Region Offenbach:

www.offenbach.ihk.de/P5011

Autorin:

Judith Müller
Telefon (069) 8207-250
mueller@offenbach.ihk.de