SPEZIAL: Digitalisierung

EVO errichtet Rechenzentrum in Offenbach

Vorstandschef Meier: Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Euro / Platz für 3.000 Racks

Data Center Group, Entwurf

Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) errichtet und betreibt in Offenbach künftig ein modernes Rechenzentrum. Das Gebäude entsteht auf einer ungenutzten Betriebsfläche an der Kreuzung von Goethering und Bettinastraße und umfasst eine Grundfläche von rund 7.800 Quadratmetern. Das Investitionsvolumen beläuft sich nach Angaben des EVO-Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Meier auf rund 120 Millionen Euro. Der Aufsichtsrat des Unternehmens hatte bereits vor geraumer Zeit dem Vorhaben zugestimmt. „Wir beschreiten mit dem Rechenzentrum neue Wege und nutzen die hervorragende Lage unseres Stammsitzes im Herzen des Rhein-Main-Gebiets“, urteilte EVO-Chef Meier. Nach seinen Worten soll der erste Bauabschnitt des Gebäudes gegen Ende des nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Für den Betrieb des Rechenzentrums hat die EVO ein Tochterunternehmen namens „MAIN DC Offenbach GmbH“ ins Leben gerufen und zwei renommierte Partner mit an Bord geholt. Erstens die Etix Everywhere S.A., einen weltweit operierenden Betreiber von Rechenzentren. Zweitens die Data Center Group, die für die Planung und den Bau des Rechenzentrums verantwortlich zeichnet. An der neuen Gesellschaft hält die EVO 50 Prozent der Anteile, die Etix 40 Prozent und die Data Center Group 10 Prozent. „Die Nachfrage nach IT-Kapazitäten im Rhein-Main-Gebiet wächst nach wie vor sehr stark. Daher haben wir uns entschlossen, in Offenbach mit unseren Partnern ein Joint Venture einzugehen, in das wir unsere gemeinsamen Stärken einbringen können“, hob Meier hervor.

Das EVO-Rechenzentrum entsteht in unmittelbarer Nähe eines der weltweit wichtigsten Internetknoten (DE-CIX) in Frankfurt. Der Komplex wird zugleich inmitten eines engmaschigen Stromnetzes mit dem EVO-Umspannwerk in seinem Zentrum angesiedelt. Das ergibt nach Einschätzung des zuständigen EVO-Projektleiters und Geschäftsführers des Rechenzentrums, Robert Stoffers, in zweifacher Hinsicht Sinn: Zum einen sei damit die schnelle Anbindung des Rechenzentrums an die weltweiten Datenströme sichergestellt. Zum anderen gewährleiste der zentrale Standort die bestmöglich sichere und zuverlässige Versorgung der Datenserver mit elektrischer Energie, was ein eindeutiger Standortvorteil für das Projekt ist, wie Stoffers deutlich machte.

Für den Gebäudekomplex ist eine Bruttogeschossfläche von rund 22.000 Quadratmeter geplant; die Räume für die Rechner und Computerserver sollen 8.000 Quadratmeter groß werden. Darin sollen nach Fertigstellung rund 3.000 Computerracks Platz finden.