Unternehmen und Institutionen zeigen Verantwortung

Beste Beispiele am Standort Region Offenbach

Viele Akteure in Wirtschaft, Verwaltung und Politik sind sich ihrer Verantwortung bewusst und handeln mit Rücksicht auf Mensch und Umwelt.

Für Menschenrechte

Fairer Handel verhindert, dass Menschen ausgebeutet werden. Die Kampagne „Fairtrade-Towns“ unterstützt den fairen Handel auf kommunaler Ebene und vernetzt Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, die sich für den fairen Handel vor Ort stark machen. Das Bewusstsein für gerechte Produktionsbedingungen sowie soziale und umweltschonende Herstellungs- und Handelsstrukturen in der Gesellschaft soll noch stärker verankert werden. Darum hat der Kreis Offenbach 2017 beschlossen, „Fairtrade-Kreis“ zu werden. Das Ziel ist so gut wie erreicht.

Faire Produkte sind längst nicht mehr ausschließlich in Weltläden zu finden. Auch in den Einzelhandelsketten gibt es ein reichhaltiges Sortiment an fairen Produkten. Deshalb sind in der Steuerungsgruppe des Kreises neben Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sowohl der Weltladen Neu-Isenburg als auch ein großer Discounter (Lidl) vertreten.

Mittlerweile können Verbraucher in rund 100 Einzelhandelsläden und 24 Gastronomiebetrieben im Kreis Offenbach faire Produkte konsumieren. Das zeigt: Fair Trade ist längst kein Nischenmarkt mehr. Von 2010 bis 2017 hat sich der Umsatz verfünffacht, durch das Angebot im Discounter und Supermarkt wird die Reichweite deutlich erhöht. Für die Unternehmen ergibt sich durch den Verkauf von fair gehandelten Produkten immer auch ein Imagegewinn. Der Kreis Offenbach fördert Beteiligte an der Kampagne durch eine Auflistung auf der Internetseite des Kreises. Wer noch nicht auf der Seite aufgeführt ist und bereits einen Beitrag leistet oder künftig leisten möchte, kann sich an die Fair-Trade-Beauftragte des Kreises, Sibylle Möller, wenden. Die Teilnahme ist kostenfrei und der Arbeitsaufwand für die Geschäfte und Gastronomiebetriebe ist denkbar gering. Sie müssen lediglich mindestens zwei fair gehandelte Produkte in ihr Sortiment oder ihre Speisekarte aufnehmen und ein Formular mit Produktangaben an den Kreis Offenbach schicken.

Auch die Kreisverwaltung ist selbstverständlich mit dabei. Im Büro des Landrats und bei Sitzungen der Kreisgremien werden mindestens zwei Fair-Trade-Produkte angeboten. Im Rahmen der deutschlandweiten „Fairen Woche“ setzte die Kantine im September 2018 nicht nur auf exotische, fair gehandelte Highlights, sondern vor allem auf regionale und saisonale Küche, die das Klima schont. Um das Label „Fairtrade-Kreis“ führen zu können, sucht der Kreis noch zivilgesellschaftliche Akteure, zum Beispiel Vereine, die sich für die Idee des fairen Handels stark machen möchten. Denkbar wäre beispielsweise der Ausschank fairer Getränke bei Veranstaltungen oder Sporttrikots aus fairer Baumwolle.

www.kreis-offenbach.de/fairtrade

Kontakt:

Sibylle Möller
Telefon (06074) 8180 3109
s.moeller@kreis-offenbach.de

Für die Umwelt

Laut dem globalen Nachhaltigkeitsindex Dow Jones Sustainability Index World zählt Hankook Tire seit drei Jahren in Folge zu den weltweit nachhaltigsten Reifenherstellern. Das Unternehmen hat seinen Deutschland-Sitz in Neu-Isenburg.

Für das gute Abschneiden von Hankook Tire beim Vergleich von 2.500 Unternehmen der Automobilzulieferindustrie waren die Bereiche Umweltpolitik und Umweltmanagementsysteme, Supply-Chain-(Lieferketten-) Management, soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement ausschlaggebend. Auch beim Verhaltenskodex im Geschäftsverkehr hat der Reifenhersteller große Fortschritte gemacht. Er schnitt vor allem in den drei Kategorien Wirtschaft, Umwelt und Soziales ausgezeichnet ab.

2018 hat Hankook Tire einen mittel- bis langfristigen Strategieplan für die Nachhaltigkeitsforschung aufgestellt, der sich auf erneuerbare Energien, Recycling, Wiederverwertung und die Emissionsreduktion konzentriert. Durch die Nutzung seiner Produkte will der Reifenhersteller aktiv zum Umweltschutz beitragen.

Das oberste Ziel der Strategie ist es, bis 2045 Reifen aus vollständig nachhaltigen Rohstoffen zu entwickeln. Darüber hinaus beschäftigt sich der Reifenhersteller seit Ende 2017 mit der Verbesserung der Nachhaltigkeit von Naturkautschuk entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von Landwirten über Händler bis hin zum verarbeitenden Gewerbe. Das Unternehmen arbeitet mit industriellen Beratern, Nichtregierungsorganisationen, Naturkautschuklieferanten und -herstellern sowie Kernzielgruppen zusammen, um eine eigene Nachhaltigkeitsrichtlinie für Naturkautschuk aufzustellen. Zudem bemüht es sich, zum Beispiel durch die Einführung von Vorfilterungsprozessen für international regulierte Chemikalien, ein noch sichereres und gesünderes Arbeitsumfeld zu schaffen.

„Das dritte Jahr in Folge in den DJSI World aufgenommen zu werden, ist für uns Ehre und Anerkennung zugleich“, sagt Felix Kinzer, Director Corporate Communications Europe & CIS bei Hankook Tire Europe. „Neben unseren langjährigen globalen Nachhaltigkeitsbestrebungen setzt sich Hankook Tire auch lokal für zahlreiche gemeinnützige Projekte ein. So engagiert sich die Hankook Reifen Deutschland GmbH seit vielen Jahren für den guten Zweck in der Region und unterstützt beispielsweise die ‚Stiftung Bärenherz‘ in Wiesbaden sowie den Verein ‚Hilfe für krebskranke Kinder e.V.‘ in Frankfurt sowohl finanziell als auch mit viel ehrenamtlichem Engagement unserer Mitarbeiter.“

www.hankooktire.com

Für die Gesellschaft

Mitarbeiter, die ihr Privat- und Arbeitsleben in Einklang bringen können und neben der Erwerbstätigkeit Zeit und Energie für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige haben, sind zufriedener, motiviert, konzentriert und leistungsfähig. Arbeitgeber, die sie dabei unterstützen, übernehmen gesellschaftliche Verantwortung. Die Stadt Offenbach vergibt für dieses Engagement alle zwei Jahre die Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen“.

Die Initiative ist in den 1. Offenbacher Aktionsplan zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie/Pflege eingebettet. „Diese Unternehmen und Institutionen engagieren sich in herausragender Weise“, sagt die kommunale Frauenbeauftragte Karin Dörr und konkretisiert: „Individuelle Arbeitszeitmodelle erleichtern ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Wiedereinstieg nach der Elternzeit. Manche Unternehmen helfen finanziell oder durch die Vermittlung von Kitaplätzen bei der Kinderbetreuung. Einige Arbeitgeber ermöglichen es, Kinder bei kurzfristigen Betreuungsnotständen mit an den Arbeitsplatz zu bringen. Andere geben zur Unterstützung pflegender Angehöriger ein Pflegehandbuch heraus. Führungspositionen können vielerorts auch in Teilzeit ausgeübt werden. Einige der Unternehmen und Behörden bieten die Berufsausbildung auch in Teilzeitform an.“

2017 zählte die Ingenieurgesellschaft Codema International GmbH zu den 16 Prämierten. Für die Jury war unter anderem ausschlaggebend, dass Codema bewusst weibliche Führungskräfte im Bereich der Projektleitung beschäftigt und damit einen Beitrag zur Gleichstellung leistet. Das Unternehmen bietet flexible Arbeitszeiten, Home Office und verschiedene Teilzeitmodelle an. Bei Betreuungsengpässen können Kinder mitgebracht werden. Codema-Geschäftsführer Dr. Peter Döinghaus erklärt dazu: „Heutzutage ist immer viel von ‚WorkLife-Balance‘ die Rede. Unserer Meinung nach ist die Arbeit ein Teil des Lebens. Damit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese Verbindung leichter fällt, versuchen wir, auf die Lebensumstände der Einzelnen Rücksicht zu nehmen und die Arbeitsbedingungen daran anzupassen.“

2019 wird die Auszeichnung „Familienfreundliches Unternehmen“ erneut vergeben. Der Bewerbungsstart ist für März, die Auszeichnung für August 2019 geplant.

www.offenbach.de

Kontakt:

Karin Dörr
Telefon (069) 8065-2010
frauenbuero@offenbach.de