Schlankes Energie- und Verbrauchsmanagement

Automatisierung, die mit den Aufgaben wächst

Einen einfachen Einstieg ins Energiemonitoring verspricht das Unternehmen Saia-Burgess Controls (SBC) in Neu-Isenburg. Der Hersteller von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik zur Automatisierung von Industrieanlagen, Gebäuden und Infrastruktur bietet ein System an, mit dem sich Verbrauchswerte darstellen, vergleichen und analysieren lassen.

Alle Verbrauchsdaten im Blick – übersichtlich und internetbasiert. Foto: Saia Burgess Controls

„Unser Produkt für das Energiemonitoring bereitet bereits ab installierter Messstelle alle relevanten Daten transparent auf und kann schrittweise erweitert werden“, sagt Yusuf Kör, der bei der 100-prozentigen Honeywell-Tochter als Regionalleiter Mitte arbeitet. Er erklärt: „Es ist simpel gestrickt und liefert die Verbrauchsdaten im 15-Sekunden-Takt auf ein Web-Panel, eine kleine, elektronische Anzeigetafel. Ein Web-Panel inklusive Energie-Monitoring kostet 1.100 Euro und kann mit bis zu 128 Stromzählern verbunden werden, aber auch andere Verbrauchswerte wie Gas, Wasser und Wärmemenge können erfasst und gespeichert werden.“

Ein Elektriker nimmt die Montage vor. Programmiert werden muss nichts. Die Analyse kann auf dem vor Ort installierten Panel, am Büro-PC oder über das Internet per Webbrowser erfolgen, und die aufgezeichneten Verbrauchsdaten lassen sich sogar aus dem Web-Panel in eine Excel-Tabelle oder als CSV-Datei exportieren. Eine spezielle Software ist nicht erforderlich, könne aber auf Wunsch geliefert werden. Kosten und Verbräuche werden pro Messstelle sofort transparent dargestellt – zum Beispiel nach Tagen, Wochen, Monaten, Jahren oder Betriebsgruppen ausgegeben.

„Eine Besonderheit ist, dass wir zwischenzeitlich diese Funktionalität auch in unseren Automatisierungssteuerungen fest eingebettet haben, als sogenanntes S-Monitoring. Projekte aus der Industrie- beziehungsweise Gebäudeautomation können so ab Schaltschrank im Handumdrehen um ein zusätzliches und sehr effizientes Energiemanagement oder -monitoring erweitert werden. Wir unterscheiden uns von Mitbewerbern, die sehr komplexe, aber auch weniger kostengünstige Systeme anbieten. Unsere Kunden können ihr Energiemanagement immer dem jeweiligen Bedarf anpassen“, berichtet Kör.

Rechnet sich schnell

Das SBC-Produkt unterstützt seine Nutzer beim Steigern der Energieeffizienz und wird für die Zertifizierung nach der DIN-ISO-Norm 50001 eingesetzt. Die Energieverbräuche werden visualisiert und relevante Verbraucher identifiziert. Verbesserungen lassen sich damit belegen und nachweisen. Dank Steuerrückerstattungen und Energieeinsparungen rechnet sich die Investition – so Kör – manchmal schon nach wenigen Monaten. Im Übrigen könne die Anschaffung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert werden.

Wie ein Kunde darüber hinaus vom Verbrauchsmanagement profitieren kann, schildert er an einem Beispiel: „In einem produzierenden Unternehmen zeigte das Monitoring einen erhöhten Strombedarf zwischen 7:00 und 9:00 Uhr, wenn die ersten Chargen hergestellt wurden. Diese Spitzen sollten gekappt werden. Der Betrieb hat deshalb seine Prozesse umstrukturiert, und zwar ohne neue Produktionstechnik anzuschaffen. Die Spitzen wurden verteilt und so eine Einsparung von zirka 15 Prozent erreicht.“

Im Rhein-Main-Gebiet, aber auch bundesweit zählen große Rechenzentren zu den SBC-Kunden. „Sie verbrauchen gigantische Mengen an Energie und schätzen an unserem System auch, dass sie den Stromverbrauch genau differenzieren und leichter der jeweils zuständigen Kostenstelle zuordnen können. Die Integration unserer Produkte in bestehende Kunden-IT-Strukturen ist dank integrierter IT-Protokolle sehr gefragt“, sagt Kör.

Im Selbsttest erprobt

„Wir arbeiten bundesweit mit 160 zertifizierten Systemhäusern zusammen, die unsere Produkte bei den Kunden installieren. Die Mitarbeiter werden von SBC ausgebildet“, berichtet der Elektrotechnik-Ingenieur. Die Produktion befindet sich in Murten in der Schweiz. „Dort setzen wir das Energiemonitoring-System selbst ein. Zum Beispiel haben wir damit den Verbrauch einer elektrisch betriebenen Spritzgussmaschine mit dem einer pneumatisch betriebenen schnell und einfach vergleichen können. Seitdem bevorzugen wir für unsere Produktion ganz klar die Anschaffung der effizienteren elektrisch betriebenen Spritzgussmaschinen.“

Kör ist von der einfachen Anwendung und den weiteren Vorzügen des Systems überzeugt, wünscht sich aber noch mehr Akzeptanz für das Thema: „Die Bedeutung der Energieeffizienz ist noch nicht überall ins Bewusstsein gedrungen. Entscheidend ist meiner Erfahrung nach, dass sich jemand im Unternehmen dafür zuständig fühlt und sich klar des Themas annimmt. Nur darüber sprechen spart keine Energie.“

Autorin:

Birgit Arens-Dürr
Telefon (069) 8207-248
E-Mail arens@offenbach.ihk.de

Kontakt:

Yusuf Kör
Telefon (06102) 2025-0 (Durchwahl: -129)
E-Mail yusuf.koer@saia-pcd.com
Informationen www.saia-pcd.de

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