Workshops und Praxis vermitteln Fachwissen zur Energieeffizienz

Auszubildende werden „Energie-Scouts“

Das bundesweite IHK-Projekt „Energie-Scouts“ soll dazu beitragen, dass sich Auszubildende mit den Themen Energiepolitik und Energieeffizienz beschäftigen. Sie gehen in ihren Unternehmen auf die Suche nach Energieverlusten und Einsparpotenzialen. Das lohnt sich für den Betrieb, der Energiekosten einspart. Die Auszubildenden übernehmen Verantwortung, qualifizieren sich und schöpfen daraus zusätzliche Motivation.

Energie-Scouts“ sind ein Gewinn fürs Unternehmen. Dabei profitieren die Auszubildenden von den Zusatzqualifikationen, die sie in den Workshops und beim Anwenden des Gelernten erwerben. Foto: FES

So wichtig der Kostenfaktor Energie in vielen Unternehmen heute ist, so wenig kann Energieeffizienz in den meisten Ausbildungsberufen und Lehrplänen aus Zeitgründen Berücksichtigung finden. Im Projekt haben die Auszubildenden die Chance, in verschiedenen Betriebsstätten Energiekennzahlen zu erfassen, sie zu hinterfragen und mit technischen Messgeräten sicher festzulegen. Alle Ausbildungsberufe sind dafür willkommen, eine Spezialisierung wird nicht vorausgesetzt.

Wissen zum Weitergeben

Energie-Scouts“ suchen im Unternehmen nach Einsparmöglichkeiten, für die selbst Techniker oft „betriebsblind“ sind. Sie sind außerdem Botschafter für Kollegen, die sie zu einem sensiblen Umgang mit Energie motivieren. Während der Qualifizierung sollen die Auszubildenden gemeinsam mit ihren Ausbildungsleitern oder einem Energieansprechpartner im Betrieb ein eigenes Energieeffizienzprojekt konzipieren und umsetzen. Gleichzeitig erwerben sie gefragte Kernkompetenzen: Sie arbeiten im Team, lernen eigene Ideen zu entwickeln, Zusammenhänge über die eigene Abteilung hinaus zu erkennen und Widerstände zu überwinden. Sie stärken ihr Verantwortungs- und Selbstbewusstsein zum Wohl der Umwelt und des Unternehmens. In vielen Betrieben tragen die „Energie-Scouts“ ihr Wissen weiter und schulen den nachfolgenden Ausbildungsjahrgang.

Seit Anfang 2014 haben sich deutschlandweit zirka 4.000 Auszubildende aus weit über 1.000 Unternehmen bei ihren IHKs zu „Energie-Scouts“ qualifiziert. Gemeinsam mit der IHK Frankfurt bietet die IHK Offenbach am Main für etwa 30 Azubis pro Projektlauf fünf Workshopmodule an: eine Einführung in die Energieeffizienz und Energiepolitik, Messen mit Messgeräten, Kommunikation und Präsentation, Ressourceneffizienz beziehungsweise betriebliches Mobilitätsmanagement sowie eine Vertiefung in den Projekten der einzelnen Teams.

Lauter positive Effekte

Den Auszubildenden der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) fiel bei der Begehung der 3.860 Quadratmeter großen Werkstatthalle die Schlauchlänge zu den Druckluftendgeräten auf. Ein Gerät zur Überwachung von Druckluftleckagen lokalisierte darauf mehr als 25 Schwachstellen. Leckagen im Druckluftsystem können die Ursache für einen sehr hohen Druckluftverbrauch sein. Die Instandsetzungskosten für notwendige Druckluftkupplungen, Kupplungsdosen oder neue Druckluftschläuche dagegen sind oft gering.

In der gesamten Projektlaufzeit hatten die Energie-Scouts unterschiedlichste Kontakte im Unternehmen: Das Liegenschaftsmanagement hat den Überblick über Energieverbrauchskennzahlen und Gebäudedaten. Der Einkauf gibt Auskunft über Beschaffung und Reparaturleistungen. Das Controlling bestätigt den Gesamtüberblick über die Umsetzungskosten des Einsparprojektes. Die positiven Effekte der Qualifizierung haben nicht nur die Energieverantwortlichen in den Unternehmen erkannt. Auch die Personalverantwortlichen freuen sich über die Kompetenzen, die sozusagen nebenbei vermittelt werden.

Autorin:

Luise Riedel
Telefon (069) 2197-1480
E-Mail l.riedel@frankfurt-main.ihk.de

Kontakt:

Peter Sülzen
Telefon (069) 8207-244
E-Mail suelzen@offenbach.ihk.de

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